Stand: 15.02.2016 21:40 Uhr  | Archiv

Giftiges Blei in Nahrungsergänzungsmitteln

von Alexa Höber

Nahrungsergänzungsmittel wie Kieselerde, Mineralerde und sogenannte Zeolithe werden oft als gesund beworben. Sie sollen laut Hersteller beispielweise für eine gesunde Haut, schönes Haar und einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt sorgen. Die Produkte sind frei verkäuflich in Drogeriemärkten, Apotheken und Online-Shops erhältlich. Bei Untersuchungen durch die staatliche Lebensmittelüberwachung in verschiedenen Bundesländern kam heraus, dass einige der Nahrungsergänzungsmittel Blei in bedenklicher Menge erhalten. Weil die Behörden nicht tätig werden, bleiben die betreffenden Produkte im Handel.

Erhöhter Bleigehalt bei mehr als 30 Produkten

Der Grenzwert für Blei in Nahrungsergänzungsmitteln liegt bei drei Milligramm pro Kilogramm. Zwischen 2011 und 2014 stellte die Lebensmittelüberwachung  in verschiedenen Bundesländern bei mehr als 30 Produkten höhere Bleiwerte fest, zum Beispiel bei Kieselerde, grüner Mineralerde und Zeolithpulver. Das geht aus amtlichen Unterlagen hervor, die Markt vorliegen. Dennoch wurden die Produkte nicht aus dem Handel genommen. Der Hersteller Abtei sagte auf Anfrage von Markt, man sei nicht von der Behörde informiert worden.

Bei einigen Nahrungsergänzungsmitteln hat Markt im Labor untersuchen lassen, ob der Bleigehalt immer noch zu hoch ist. Das Ergebnis: Die Produkte ZeolithMed und Terra Natura Grüne Mineralerde überschreiten den Grenzwert.

Schon geringe Mengen Blei können schädlich sein

Der Körper lagert Blei in den Knochen ab. Problematisch ist vor allem die dauerhafte Aufnahme. Das Schwermetall gilt als schädlich für das Gehirn, vor allem bei Kindern. Nach Einschätzung der europäischen Lebensmittelbehörde kann jede noch so kleine Menge Blei schädlich für die Gesundheit sein. Daher sollten Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel so wenig Blei wie möglich enthalten (Minimierungsgebot).

Dieses Thema im Programm:

Markt | 15.02.2016 | 20:15 Uhr

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