VIDEO: Fitnessstudios öffnen nach Corona-Pause wieder (3 Min)

Fitnessstudios dürfen Verträge nicht einfach verlängern

Stand: 20.07.2021 08:20 Uhr

Nach dem monatelangen Lockdown sind Fitnessstudios wieder geöffnet. Betreiber dürfen aber die Verträge nicht ohne Zustimmung der Kundinnen und Kunden um die Schließzeiten verlängern.

Wegen Corona mussten Fitnessstudios monatelang schließen und waren finanziell stark betroffen. Nun sind sie wieder geöffnet und viele Betreiber verlängern die Laufzeit der Mitglieds-Verträge ungefragt um die Zeit der angeordneten Schließung. Zum Teil werden sogar bereits bestätigte Kündigungen entsprechend verschoben. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Niedersachsen ist eine solche einseitige Anpassung des Vertrags nicht zulässig. Sie rät Betroffenen, sich dagegen zu wehren.

Schließzeiten sind keine Ruhezeiten

Die Laufzeit dürfe nur in Absprache mit den Kunden geändert werden. Die Begründung, dass das Aussetzen der Beitragszahlungen eine vereinbarte Ruhezeit sei und die Unterbrechung des Vertrags deshalb beidseitig nachgeholt werden müsse, sei unzulässig, so die Verbraucherschützer. Ruhezeiten würden vertraglich vereinbart, wenn ein Kunde das Fitnessstudio vorübergehend nicht nutzen kann, etwa aufgrund einer Krankheit. Hier sei das Gegenteil der Fall: Das Fitnessstudio musste schließen und konnte selbst den Vertrag nicht erfüllen.

Vertragsverlängerung als einvernehmliche Lösung

Für Kunden dagegen, die ihren Vertrag fortführen möchten, kann es sinnvoll sein, während des Lockdowns gezahlte Beiträge als kostenfreie Monate an die Vertragslaufzeit anzuhängen oder erhaltene Gutscheine entsprechend umzuwandeln.

Von Mahnungen nicht verunsichern lassen

Betroffene sollten sich gut informieren und von angedrohten Mahnverfahren nicht verunsichern lassen. Betreiber dürften auch keine Mahn- oder Inkassokosten verlangen, da sie während der Schließzeit keinen Anspruch auf Beitragszahlungen gehabt hätten, so die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Mitglieder müssen Gutscheine akzeptieren

Fitnessstudios dürfen Kunden, die den Vertrag vor dem 8. März 2020 abgeschlossen und für die Schließzeiten bereits Beiträge gezahlt haben, statt einer Rückerstattung einen Wertgutschein in Höhe der gezahlten Summe ausstellen. Aus dem Gutschein muss klar hervorgehen, dass er wegen der Corona-Pandemie ausgestellt wurde. Für Ausstellung und Übersendung dürfen keine Gebühren anfallen.

Lösen Kunden den Gutschein bis zum 31. Dezember 2021 nicht ein, müssen die Studiobetreiber die Summe ausbezahlen. Mitglieder, die selbst in eine finanzielle Notlage geraten sind und dies nachvollziehbar erklären können, dürfen auf einer sofortigen Auszahlung der Beiträge bestehen.

Allen, die unsicher sind, welche Regelung in ihrem individuellen Fall gilt, bietet die Verbraucherzentrale Hamburg mit ihrem Online-Check zu Verträgen in Corona-Zeiten eine Orientierung.

Rechtliche Regelung bei Vereinen weicht ab

Wichtig zu wissen: Für Sportvereine gilt eine andere gesetzliche Regelung als für Studios. Mitglieder müssen Vereinsbeiträge auch dann weiter zahlen, wenn kein Training stattfinden kann, weil sie mit ihrem Beitritt bestimmte Rechte und Pflichten anerkannt haben.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 01.06.2021 | 19:30 Uhr

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