Sendedatum: 06.05.2019 20:15 Uhr

Elektro-Tretroller: Ohne Zulassung kein Fahrspaß

von Niels Walker
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E-Tretroller sollen bald eine Alternative zu Auto und Fahrrad sein.

Bis zu 20 km/h schnell und klein genug, um sie in Auto oder Bus mitzunehmen: Elektro-Tretroller, auch E-Scooter genannt, flitzen schon durch deutsche Großstädte - und das, obwohl eine generelle Straßenzulassung noch gar nicht vorliegt. Bisher ist der Gebrauch oft nur auf Privatgelände erlaubt. Nur wenige Hersteller haben bisher eine Sonderzulassung bekommen. Dies soll sich nach dem Willen der Politik nun kurzfristig ändern. Am 17. Mai will der Bundesrat über das geplante Gesetz abstimmen und so für neue und umweltfreundliche Mobilität sorgen.

Rolleraufbau

Elektro-Tretroller im Vergleich

Markt -

Elektrische Tretroller sind handlich und machen Spaß. In einer Stichprobe vergleicht Markt sogenannte E-Scooter der Hersteller Cityblitz, Beamie, Egret und BMW.

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Zulassung: Versicherung nur mit Betriebserlaubnis

Das große "Rollern" geht dann aber noch nicht los, denn der Teufel steckt im Detail: Das Gesetz verlangt eine Haftpflichtversicherung für jeden E-Tretroller ab 6 km/h. Die Versicherungen verlangen für den Abschluss einer Police bestimmte Papiere: eine sogenannte Allgemeine Betriebserlaubnis. Und die hat bisher kaum ein E-Scooter. Deswegen werden viele bereits gekaufte Modelle auch dann nicht auf die Straße dürfen, wenn das Gesetz in Kraft getreten ist - ohne Papiere ist man illegal unterwegs.

Vier E-Scooter im Praxis-Test

Markt hat vier E-Tretroller unter die Lupe genommen:

  • Cityblitz Slimline für 205 Euro
  • Beamie Urban für 599 Euro
  • Egret Ten für 1.599 Euro
  • BMW X2City für 2.399 Euro

Der einzige Roller in unserem Test, der jetzt schon eine Sonderzulassung für die Straße hat, ist der BMW X2City. Er überzeugte mit guter Verarbeitung, einem starken Motor und einem angenehmen Fahrgefühl, auch auf Kopfsteinpflaster. Nur das Bedienkonzept ist ungewöhnlich. Statt eines Hebels am Griff hat der BMW ein Gaspedal. Der Akku lässt sich herausnehmen und laden.

Der Egret Ten gefällt unseren Testfahrern am besten: Der Motor ist mit 500 Watt sehr stark und schafft auch Steigungen, die Verarbeitung ist solide. Wie das BMW-Modell hat er Scheibenbremsen und Luftreifen, kostet aber weniger. Der Hersteller verspricht, sofort nach Inkrafttreten der Verordnung alle notwendigen Papiere vorlegen zu können - teilweise auch für bereits gekaufte Modelle. Der Akku lässt sich zum Laden nicht herausnehmen.

Kein anderer Roller ist so oft faltbar wie der Beamie Urban, zudem hat er einen austauschbaren Akku. Allerdings sind Motor und Bremsen sehr schwach. Zulassungspapiere? Fehlanzeige! Der Akku lässt sich herausnehmen und laden.

Der Cityblitz Slimline ist leicht zusammenbaubar - allerdings hat er im Vergleich die schwächsten Bremsen. Der Akku lässt sich zum Laden nicht herausnehmen. Eine Zulassung für öffentliche Wege hat er nicht. Ob er die noch bekommen wird, hat uns der Hersteller auf Anfrage nicht mitgeteilt.

Beim Kauf auf Klappmechanismus und Bremsen achten

Für die Sicherheit sind gute Bremsen entscheidend. Scheibenbremsen haben in unserem Vergleich am meisten überzeugt. Einige Modelle haben stattdessen eine elektrische Motorbremse, damit wird zwar beim Bremsen Energie zurück in den Akku gespeist, aber der Bremsweg ist dafür sehr lang. Alexander von Waldow, unabhängiger Händler für Elektromobilität aus Hamburg, empfiehlt außerdem, auf einen soliden Klappmechanismus zu achten. Gerade Plastikteile wie Schrauben oder Klemmen würden schnell kaputtgehen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 06.05.2019 | 20:15 Uhr

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