Stand: 27.04.2018 09:50 Uhr  | Archiv

Einkaufen ohne Plastik: Wie einfach ist das?

Im Selbstversuch hat Markt Autor Uwe Leiterer schon auf Zucker und Fleisch verzichtet. Jetzt möchte er herausfinden, ob er ohne Plastik leben kann - und wie sich der Verzicht auf seine Gesundheit auswirkt. Im Blog berichtet Uwe jede Woche über seine Erfahrungen.

von Uwe Leiterer

Mein Versuch, Plastikmüll zu vermeiden, erweist sich als äußerst anstrengend. Warum? Weil ich die Müllvermeidung in meinen Alltag integrieren möchte - und da knarzt und quietscht es an allen Ecken. Zum Einkaufen nehme ich zwei Kunststoffbehälter für Käse mit, drei Stofftaschen und drei wiederverwendbare Plastikbeutel - in den tue ich Obst und Gemüse, um die Ware nicht direkt aufs Laufband legen zu müssen. Denn das wird in einigen Supermärkten offenbar nicht gern gesehen. Und statt - wie bisher - nur in einem Geschäft einzukaufen, gehe ich jetzt in bis zu vier Läden, um für möglichst viele Produkte eine plastikfreie Alternative zu finden.

Obst, Gemüse und Getränke ohne Plastik

Kein Problem sind Einkäufe ohne Plastikverpackung bei Obst und Gemüse, wenn man Abstriche bei der Auswahl macht oder direkt im Bioladen einkauft. Wenn dort Plastik verwendet wird, steht meist ein Schild dran: "Momentan ist es noch nicht möglich, die Ware plastikfrei anzubieten". Mineralwasser und Multivitaminsaft kaufe ich jetzt wieder in (schweren) Glasflaschen statt in leichter PET-Flasche.

Problematisch: Käse, Fisch und Fleisch

Problematisch sind vor allem Käse, Fisch und Fleisch von der Frischetheke. Die wenigsten Supermärkte lassen sich darauf ein, meine mitgebrachten Boxen zu befüllen. Das liegt vor allem an den strengen Hygienevorschriften. Zum Beispiel dürfen Käseverkäufer die Boxen nicht berühren, damit ich als Kunde keine Keime hinter die Theke bringen.

Entsprechend "beliebt" sind Kunden, die mit einer Box in der Hand anstehen. "Warum verdrehen Sie die Augen?", frage ich eine Mitarbeiterin im Supermarkt. Sie antwortet: "Wir hassen das!" Verständlich, denn als sie die Käsescheiben in den Behälter bugsiert, ohne ihn zu berühren, wird mir klar: Das Einwickeln in Plastik ist um einiges schneller.

Süßigkeiten, Chips und Klopapier

Fast unmöglich ist Einkaufen ohne Plastikverpackung bei Süßigkeiten und Knabberartikeln wie Chips. Bis auf Nüsse in Dosen gibt es keine plastikfreien Angebote im Supermarkt. Auch Hygieneartikel sind praktisch nicht ohne Plastik zu bekommen, zum Beispiel Klopapier. Aus Sicht der Hersteller lassen sich solche Produkte in einer Verpackung aus Plastik oft besser stapeln. Bei teuren Produkten wie Rasierklingen spielt der Diebstahlschutz eine Rolle. Schade, dass die Unternehmen für solche Artikel keine Mehrwegboxen verwenden.

Plastikverpackungen - alternativlos?

Mein Zwischenfazit nach zwei Wochen: Plastikmüll zu vermeiden ist mühsam, aber es lohnt sich. Bei einigen Produkten frage ich mich, warum die Hersteller überhaupt Plastikverpackungen verwenden. Und für einiges habe ich leider noch keine plastikfreie Alternative gefunden. Haben Sie Tipps für mich? Dann schreiben Sie mir an sagsmarkt@ndr.de

Was sollen diese Plastikverpackungen?

Weitere Informationen

Leben ohne Plastik: Kann das gelingen?

Ein Leben ohne Plastik probiert Markt Autor Uwe Leiterer im Selbstversuch aus. Gelingt der Verzicht auf Verpackungsmüll? Und wie wirkt er sich auf die Gesundheit aus? mehr

Dieses Thema im Programm:

Markt | 04.06.2018 | 20:15 Uhr

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