Stand: 13.09.2019 14:33 Uhr  | Archiv

Die Tricks mit Post und Telefon

von Jennie Radü
Eine Frau liest eine Rechnung mit einem Smartphone in der Hand. © Fotolia Foto: contrastwerkstatt
Viele Verbraucher stört der Tarifdschungel im Mobilfunk.

Häufig sorgen Briefe, Pakete, Telefon und Internet für Ärger im Alltag: Briefe und Pakete werden verspätet, gar nicht oder schlampig zugestellt. Störungen des Telefon- und Internetzugangs sind für viele an der Tagesordnung. Und in vielen Regionen ist der Mobilfunkempfang schlecht.

Hilfe bei Ärger um Pakete und Briefe

Online-Bestellungen führen in Deutschland pro Kopf im Durchschnitt zu 24 Paketzustellungen pro Jahr - doppelt so viele wie in den Niederlanden, viermal so viele wie in Schweden und zwölfmal so viele wie in Italien. Das ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Im internationalen Vergleich von 17 Ländern landet Deutschland auf Platz 2: Nur in China werden pro Kopf noch mehr Pakete versandt.

Doch der Ärger über Post- und Paketdienstleister wächst: Die Anzahl der Beschwerden bei der Bundesnetzagentur hat sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt - auf 11.830. Etwa die Hälfte der Beschwerden bezieht sich auf Missstände in der Briefzustellung wie etwa Verspätungen oder lang anhaltende Ausfälle. Bei den meisten Beschwerden zu Paketzustellungen ging es um Boten, die Benachrichtigungskarten hinterließen ohne zu klingen und um den Verlust von Sendungen.

Bei Ärger um Pakete und Briefe können sich Verbraucher an zwei Stellen wenden:

  • Bei der Bundesnetzagentur können sie eine Online-Schlichtung beantragen, wenn ihnen beispielsweise ein Schaden entstanden ist.

  • Auf der Seite Postaerger.de erfassen die Verbraucherzentralen Beschwerden und leiten in besonders schwerwiegenden Fällen rechtliche Schritte ein.

Porto-Verwirrung bei der Post

Auch die Erhöhung des Briefportos ist für viele Verbraucherinnen und Verbraucher ein Ärgernis. Die Post hat die Preise für die Zustellung eines Standardbriefs im Juli 2019 auf 80 Cent erhöht. Ein Standardbrief muss diese Kriterien erfüllen:

  • Er darf nicht schwerer sein als 20 Gramm.
  • Er darf nicht quadratisch sein.
  • Die Adresse darf nicht auf farbigem Hintergrund geschrieben sein.

Verwirrend für Verbraucher:

  • Ist der Brief schwerer als 20 Gramm, kostet er 95 Cent - so viel wie ein Kompaktbrief.
  • Ist er quadratisch, kostet er 1,55 Euro - so viel wie ein Großbrief.
  • Farbige Briefumschläge kosten, auch wenn sie weniger als 20 Gramm wiegen und nicht quadratisch sind, 95 Cent. Es sei denn, auf den farbigen Briefumschlag wird ein weißes Textfeld geklebt. Dann kostet er wieder 80 Cent.
  • Postkarten kosten 60 Cent. Sind sie quadratisch, kosten sie mehr als doppelt so viel, nämlich 1,55 Euro.

Preis-Unterschiede bei Paketdiensten

Wer beim Versand von Paketen sparen möchte, muss einiges beachten. Denn die Preise unterscheiden sich nicht nur von Paketdienstleister zu Paketdienstleister. Auch die einzelne Anbieter haben oft verwirrende Preismodelle. Beispiele:

  • Der größte Anbieter DHL unterscheidet zwischen versicherten Paketen und unversicherten Päckchen. Vor allem bei versicherten Paketen lohnt es sich, online zu frankieren: In der Größe M beträgt die Ersparnis 1,50 Euro im Vergleich zur Frankierung in der Filiale. Wer viele Pakete zu verschicken hat, kann online noch einmal sparen - im 10er- oder sogar 100er-Pack sind die Frankierungen günstiger.

  • Bei Hermes, DPD und GLS sind die Preise abhängig von der Paketgröße. Dazu addiert man die Längen der kürzesten und der längsten Seite. Die Unternehmen bieten ebenfalls einen günstigeren Versand bei Online-Frankierung an. Zusätzlich können Verbraucher sparen, wenn sie das Paket in eine Filiale und nicht bis zur Haustür liefern lassen. Ob ein Paket als Sperrgut deklariert werden muss, dazu unterscheiden sich die Regelungen der Unternehmen.

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Für weitere Unzufriedenheit unter Verbrauchern sorgt die vergleichsweise schlechte Netzabdeckung in Deutschland mit schnellem mobilem Internet nach 4-G-Standard (LTE). Vor allem in dünn besiedelten Gebieten lohnt sich die flächendeckende Versorgung für die Netzanbieter offenbar nicht. Gesetzlich sind sie nur verpflichtet, einen Großteil der Haushalte zu versorgen - nicht aber die Fläche.

Eine Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen ergab, dass die Netzabdeckung auch im Vergleich zu unseren Nachbarländern schlecht ist: Während beispielsweise in Belgien und den Niederlanden alle Netzbetreiber ein LTE-Anteil von mehr als 90 Prozent erreichen, liegen die deutschen Anbieter deutlich zurück: Die Telekom kommt auf 75,1 Prozent, Vodafone auf 56,7 Prozent und O2 gerade mal auf 46,8 Prozent.

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Dieses Thema im Programm:

Die Tricks | 16.09.2019 | 20:15 Uhr

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