Stand: 19.01.2015 16:09 Uhr

Wie hält man Marder vom Auto fern?

von Niels Walker

Es ist der Jagdinstinkt, der Marder nachts unter parkende Autos lockt. Dort zerbeißen sie Bremsschläuche oder Elektrokabel. Oft sind Autos dann nicht mehr verkehrssicher. Gegen die Beißwut der Tiere gibt es zahlreiche Mittel in Autowerkstätten und Baumärkten. Was vertreibt Marder? Markt vergleicht drei Produkte:

  • Anti-Marderspray für 9,99 Euro 
  • Ultraschallgerät für 79 Euro
  • Elektroschockgerät für 175 Euro inklusive Einbau

Anti-Marder-Mittel im Praxistest

Marder verteidigen mit Bissen ihr Revier

Marder sind Einzelgänger, die ihr Revier aggressiv verteidigen. Besonders Männchen dulden keine anderen Artgenossen des selben Geschlechts und markieren ihr Revier über Duftstoffe und Exkremente. Dazu tragen sie Duftdrüsen zwischen ihren Zehen. Somit reicht es schon, dass sie einmal über eine Motorhaube laufen, um das Auto als ihr Revier zu markieren. Parkt das Auto dann in dem Revier eines anderen Marders, wittert dieser den Geruch des Rivalen und will sein Revier verteidigen. Dazu dringt er in den Motorraum ein und markiert das Auto mit seinem eigenen Duft. Oft geraten Marder dabei in einen sogenannten "Beißwahn".

Gefährliche Schäden im Motorraum

Nach Auskunft des ADAC beißen Marder gerne in Zündkabel, Schläuche für Kühl- und Scheibenwischerwasser, Faltenbälge an Antriebswellen und an der Lenkung, Stromleitungen und Isoliermatten für die Geräusch- und Wärmedämmung. Nicht dokumentiert sind Schäden an Bremsschläuchen, Kraftstoffleitungen, Keilriemen und Reifen. Marderbisse können gefährliche Folgen haben, warnt der ADAC:

  • Angebissene Zündkabel können verhindern, dass der Motor anspringt und zu einem unrunden Motorlauf führen. Schäden am Katalysator sind möglich.
  • Bisse an Gummimanschetten können Schäden am Antrieb und an den Achsen hervorrufen und sogar die Lenkung beschädigen.
  • Löcher in Kühlwasserschläuchen können eine Überhitzung des Motors nach sich ziehen.

Tipps gegen Marder

  • Reinigung

    Das Auto gründlich waschen. Mardergeruch lässt sich am besten mit einer gründlichen Unterbodenwäsche beseitigen.

  • Anti-Marder-Schläuche

    Wer Kabel und Schläuche mit Hartplastik ummantelt, kann sie vor Marderzähnen schützen. Anti-Marder-Schläuche gibt es für rund fünf Euro pro Meter. Einfach Schlauch neben das Kabel halten, um Länge abzumessen, abschneiden und dann seitlich aufklipsen.

  • Motorversiegelung

    Einige Autohersteller bieten eine Motorversiegelungen an. Der Innenraum wird mit Borstenvorhängen und Lochblechen abgeschottet. Kosten: ab circa 200 Euro.

  • Hausmittel

    Viele Autofahrer schwören auf Hausmittel wie Toilettensteine, Mottenkugeln oder Säckchen mit Hunde- und Katzenhaaren. Sie können wirken, aber nicht dauerhaft. Das haben Forscher an der Justus-Liebig-Universität Gießen herausgefunden.

  • Anti-Marder-Matten

    Matten aus Maschendraht unter dem Auto können Marder kurzfristig abschrecken, weil die Tiere Angst vor unbekannten Gegenständen haben. Oft lernen sie aber schon nach kurzer Zeit, dass die Matte kein Feind ist.

  • Marderversicherung

    Einige Auto-Versicherungen decken Marderschäden zumindest teilweise ab, oft aber nur die unmittelbar beschädigten Teile und keine Folgeschäden.

zurück
1/4
vor

Fazit: Keine Chance für Marder

Im Praxistest haben die drei Anti-Marder-Mittel Wirkung gezeigt. Im Testauto sind jedenfalls alle Schläuche, Kabel und Leitungen heil geblieben. Das günstige Anti-Marder-Spray für rund zehn Euro hinterließ allerdings auch im Innenraum des Autos einen starken Geruch.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 19.01.2015 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

12:03

Winterquartiere für Nützlinge

16.11.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
03:45
05:58

Mit Sport gegen den Krebs

15.11.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin