Filztulpen © NDR / Medienkontor Foto: Isabell Hayn

Nassfilzen: Blumen aus Schafwolle

Stand: 16.02.2021 14:21 Uhr

Vor rund 2.500 Jahren entwickelten Hirtenvölker aus dem Norden des europäisch-asiatischen Raumes das Filzen, um daraus Kleidung, Gebrauchs- und Kultgegenstände herzustellen.

Filz kann ohne aufwendige technische Hilfsmittel angefertigt werden. Die Technik von damals blieb bis heute unverändert: Aus losen Wollfasern entsteht mit Wasser, Seife und Geduld eine feste Struktur. Dabei sind den Ideen keine Grenzen gesetzt: Geometrisches, Abstraktes oder Masken, Taschen oder Hüte, Spielzeug, Praktisches oder Dekoratives, Filigranes oder Grobes. Oder eben eine Filztulpe.

Nassfilzen mit fein gekämmter Merinowolle

Die sehr fein gekämmte Merinowolle eignet sich besonders gut zum Nassfilzen, da die Wollfasern durch das Kämmen parallel zueinander ausgerichtet sind und es keine Knötchen oder Verunreinigungen gibt.

Benötigtes Material

  • Merinowolle
  • warmes Wasser
  • Unterlage, zum Beispiel ein Tablett aus Plastik
  • Ei aus Gummi oder hart gekochtes Ei
  • Olivenölseife
  • Waschbrett oder Ablage einer Spüle
  • Schüssel
  • Nadel und Faden
  • saugfähige Handtücher

Die Tulpenblüte filzen

Eine Schüssel mit warmem Wasser aufstellen. Seife, am besten Olivenseife, fein raspeln, ins Wasser geben und entweder mit der Hand oder einem Rührbesen aufschäumen. Hände gründlich abtrocknen. Die Form, wie zum Beispiel das Ei, wird zu Beginn mit kleinen Flocken der Wolle belegt. Wichtig ist hierbei, die Flocken kreuz und quer und gleichmäßig über das Ei zu verteilen, damit der Filz überall die gleiche Stärke hat. Wenn das Ei komplett bedeckt ist, kurz in die Seifenlauge tauchen, bis die Wolle sich richtig vollgesogen hat.

Das Ei aus dem Seifenwasser nehmen und ganz vorsichtig in den Händen hin und her bewegen. Nach einer Weile fühlt sich die Wolle immer fester an. Je fester die Wolle wird, desto mehr kann man drücken und das Ei wie beim Klöße rollen immer fester filzen. Zum Schluss wird das Ei von allen Seiten über ein Waschbrett "gerubbelt" oder über ein Handtuch hin- und hergerollt. Ganz wichtig: Zum Schluss muss die Seifenlauge gut unter fließendem Wasser ausgespült werden, die Filzobjekte werden sonst brüchig.

Die Objekt kann nun weiterbearbeitet werden: Mit einer Schere den Filz der Länge nach - je nach gewünschter Blütenform - mehrmals etwa zu zwei Dritteln einschneiden, Ei entfernen und die Blütenblätter zurechtzupfen. Die Blüten müssen nun gut trocknen.

Den Blütenstiel herstellen

Der Stiel wird ähnlich hergestellt, nur nicht um eine Form herum gewickelt. Circa 20 Zentimeter von dem Wollstrang abtrennen und vorsichtig hin und her rollen. In das warme Seifenwasser tauchen, den Strang auf einem Tablett, in einem Bambusrollo oder Sushi-Set einrollen und hin und her bewegen. Wenn der Stiel schön fest ist, gut ausspülen und trocknen lassen. Dann kann er unten an die Tulpenblüte angenäht werden.

Tipp: Um ganz sicher zu sein, ob die Teile fertig gefilzt sind, sollte man eine Filzprobe machen. Dafür zieht man mit Daumen- und Zeigefinger vorsichtig an den Wollfasern. Wenn sie sich nicht mehr lösen, ist das Filzprodukt fertig.

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Dieses Thema im Programm:

Mein schönes Land TV | 05.04.2020 | 11:30 Uhr

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