NDR Umfrage: Mehrheit für Jamaika-Koalition in SH

Stand: 20.01.2022 05:00 Uhr

109 Tage vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein liegt die CDU in der Gunst der Wählerinnen und Wählern weiter vorn – gefolgt von der SPD und den Grünen. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap im Auftrag des NDR ergeben.

Wenn bereits am kommenden Sonntag ein neuer Landtag gewählt werden würde, dann wäre die CDU mit 28 Prozent erneut stärkste Kraft. Dieser Wert ist unverändert im Vergleich zur vergangenen NDR Umfrage im Mai 2021. Die SPD käme auf 23 Prozent. Damit legt sie gegenüber der Umfrage im Mai zu, und zwar um acht Prozentpunkte. Die Grünen verlieren demnach 7 Prozentpunkte, fallen wieder auf Platz drei zurück hinter die SPD. Sie kommen nun auf 20 Prozent. Die FDP erreicht 10 Prozent, sie verliert mit einem Prozentpunkt nur geringfügig. Die AfD steigt leicht, von sechs auf sieben Prozent. Der SSW legt zu, landet nun bei 4 Prozent (+1). Erneut nicht im Parlament vertreten wäre die Linke, sie käme auf 3 Prozent.

Verschiedene Koalitionen möglich

Die Jamaika-Koalition könnte ihre Arbeit fortsetzen. Aber rein rechnerisch wären auch andere Konstellationen möglich. Wie in Berlin könnte beispielsweise eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP regieren. Auch die Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW, die bis 2017 in Schleswig-Holstein regiert hatte, könnte erneut eine Mehrheit bilden - genauso wie eine Große Koalition aus CDU und SPD.  

Große Zufriedenheit mit Landesregierung

Geht es nach den Befragten, ist ein Wechsel der Regierungskoalition derzeit aber nicht gewünscht. 36 Prozent setzen nach der Wahl erneut auf ein CDU-geführtes Kabinett. 25 Prozent favorisieren die SPD als stärkste Kraft in einem Bündnis. Deutlicher noch sind die Zustimmungswerte für die amtierende Landesregierung. 71 Prozent aller Befragten gaben an, zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Das ist ein bundesweiter Spitzenwert, zu dem sogar die Anhänger der anderen Parteien beitragen: 74 Prozent der SPD-Anhänger sind demnach zufrieden oder sehr zufrieden mit der amtierenden Landesregierung.

Zufriedenheit: Spitzenwert für Günther

Noch zufriedener sind die Befragten mit dem Ministerpräsidenten Daniel Günther. Er steht mit 72 Prozent auf Platz eins der beliebtesten Landeschefs bundesweit im Infratest dimap-Vergleich. Auch in Schleswig-Holstein ist er mit Abstand der populärste Politiker. Ihm folgt mit 42 Prozent Monika Heinold, Spitzenkandidatin der Grünen und Finanzministerin. Gegenüber der vorigen Umfrage im Mai 2021 konnte sie ihre Beliebtheit allerdings um 8 Prozentpunkte steigern.

Auf Platz drei kommt FDP-Spitzenkandidat und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, mit dessen politischer Arbeit 34 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden sind. Nur halb so viele, 16 Prozent, bewerten die politische Arbeit des SPD-Ministerpräsidentenkandidaten Thomas Losse-Müller positiv. Besser schneidet mit 24 Prozent der SSW-Spitzenkandidat Lars Harms ab. Mit der Arbeit des AfD-Abgeordneten Jörg Nobis sind 13 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden.

Jeder Zweite wünscht sich Günther

Der SPD-Kandidat Thomas Losse-Müller ist einer Mehrheit der Befragten noch unbekannt. So hat es der Herausforderer des Regierungschefs schwer im direkten Vergleich: Wäre in Schleswig-Holstein die Direktwahl des Ministerpräsidenten möglich, entschieden sich aktuell 58 Prozent für Daniel Günther und nur 7 Prozent für Thomas Losse-Müller. Monika Heinold käme auf 12 Prozent. Und selbst unter den Parteianhängern von SPD und den Grünen würden sich der Umfrage zufolge jeweils 46 Prozent für Günther entscheiden - und nur 20 Prozent für Losse-Müller und 30 Prozent für Heinold.

Corona, Verkehr, Bildung sind die wichtigsten Themen

Bei der Umfrage wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch gefragt, was die beiden wichtigsten Probleme im Land sind. Am häufigsten genannt wurden dabei die Corona-Krise (27 Prozent), Verkehr (22 Prozent) und Bildung/Schule/Ausbildung (23 Prozent). Dahinter folgen Klimawandel und Umweltschutz (19 Prozent).

Insgesamt wird die wirtschaftliche Lage aber von zwei Drittel der Befragten als gut bewertet.

Für diese repräsentative Erhebung hat Infratest dimap vom 13. bis 18. Januar 2022 insgesamt 1.167 wahlberechtigte Personen in Schleswig-Holstein per Telefon oder online befragt. Die Schwankungsbreite liegt zwischen zwei Prozentpunkten (bei einem Anteilswert von 10 Prozent) und drei Prozentpunkten (bei einem Anteilswert von 50 Prozent).

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.01.2022 | 08:00 Uhr

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