Eine Frau trägt ein Face Shield. © NDR Foto: Thomas Viet Dang

Maskenpflicht: Face Shields reichen nicht mehr aus

Stand: 23.10.2020 20:38 Uhr

In ganz Schleswig-Holstein gelten von Sonnabend (24. 10.) an erweiterte Regeln zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, etwa für Wochenmärkte. Und: Face Shields reichen nicht mehr aus.

Die Empfehlung des Robert Koch Instituts (RKI) ist neu, die Landesregierung in Schleswig-Holstein setzt sie sofort um: Ab Sonnabend reichen Face Shields nicht mehr aus, nur wenn sie mit Gesichtsmaske darunter getragen werden. Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand seien diese Kunststoffvisiere keine gleichwertige Alternative zur Mund-Nasen-Bedeckung, weil das Visier "nicht vergleichbar die Verbreitung von Aerosolen verhindert". Eine Ausnahme gilt für Lehrpersonal zum Beispiel an Universitäten und Schulen: So dürfen Lehrer weiterhin im Unterricht Face Shields tragen, damit die Schülerinnen und Schüler die Mimik erkennen können. Auch Menschen, die grundsätzlich von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreit sind, können weiterhin freiwillig Visiere verwenden. Das betrifft zum Beispiel Menschen mit Behinderungen.

Wochenmärkte: Marktbeschicker müssen Maske tragen

Die sogenannte Corona-Bekämpfungsverordnung regelt ebenfalls neu, dass auf Wochenmärkten ab Sonnabend auch die Marktbeschicker, also das Verkaufspersonal, Masken tragen müssen. Diese Pflicht gilt weiterhin auch in Gaststätten, und zwar in Bereichen mit Publikumsverkehr sowohl innerhalb als auch außerhalb geschlossener Räume. Gäste und Beschäftigte müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Nur an festen Steh- und Sitzplätzen dürfen die Gäste ihre Masken abnehmen.

Ausnahmen für Kassenpersonal

Beim Einzelhandel ist die Formulierung in der Verordnung wie folgt: Für Beschäftigte in Verkaufs- und Warenausgabestellen des Einzelhandels, in abgeschlossenen Verkaufsständen und in überdachten Verkehrsflächen von Einkaufszentren in den Bereichen mit Publikumsverkehr ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend. Ausgenommen bleiben Beschäftigte, wenn die Übertragung von Viren durch ähnlich geeignete physische Barrieren verringert wird. Das Kassenpersonal im Supermarkt muss also nicht Maske tragen, wenn zum Beispiel große Acrylglasscheiben angebracht sind.

Kleine Kinder weiterhin von Maskenpflicht befreit

Ausgenommen von der Maskenpflicht sind weiterhin Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr und Personen, die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können und dies glaubhaft machen können, zum Beispiel durch ein Attest oder einen Schwerbehindertenausweis. Menschen mit Hör- oder mit Sprachbehinderungen dürfen eine Mund-Nasen-Bedeckung auch abnehmen, soweit dies zum Zwecke der Kommunikation mit anderen erforderlich ist.

VIDEO: Maskenpflicht gilt fortan auf allen Wochenmärkten (2 Min)

 

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.10.2020 | 08:00 Uhr

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