Stand: 28.05.2020 10:22 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Gewerkschaft kritisiert schnellere Schulöffnungen

Die Pläne zur schnelleren Öffnung der Schulen und Kitas, die die Landesregierung von Schleswig-Holstein am Mittwoch vorgestellt hat, stoßen auf Lob und Kritik. Während sich viele Eltern freuen, dass das "Homeschooling" zumindest für die Grundschüler bald ein Ende hat, bewertet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft die Lockerungen kritisch. Die GEW sehe die Gesundheit von Erziehern und Lehrkräften gefährdet, sagte die Landesvorsitzende Astrid Henke. Alle Grundschüler sollen vom 8. Juni an wieder im Klassenverband unterrichtet werden - ohne Abstandsregeln. In der letzten Woche vor den Sommerferien (Beginn am 29. Juni) können alle Schüler aller Schulen tageweise in ihrem Klassenverband zusammenkommen. Der reguläre Schulbetrieb soll nach den Ferien am 10. August mit dem neuen Schuljahr starten.

GEW kritisiert fehlenden Mindestabstand

Die GEW kritisierte, dass gerade die kleineren Kinder in den Grundschulen nun den Mindestabstand nicht mehr einhalten müssen. "Bürgerinnen und Bürger sollen weiterhin untereinander 1,50 Meter Abstand halten. Für 25 Kinder in oft zu kleinen und nur schlecht zu belüftenden Grundschulklassen soll das aber nicht gelten. Was für ein Widerspruch", kritisierte Henke. Die Pläne seien verfrüht.

SPD: Gesundheit muss weiter im Fokus stehen

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hält die geplanten Schritte mit Blick auf die derzeitigen Infektionszahlen dagegen für absolut verantwortlich. Von der SPD hieß es, die Öffnung erfordere die Vorsicht aller Beteiligten. "Es ist richtig, dass es jetzt schneller mit der Öffnung der Kitas vorangeht. Die Situation ist für viele Eltern längst nicht mehr tragbar", sagte die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli. "Trotzdem muss weiterhin die Gesundheit von Kindern und Personal im Fokus stehen." Die Landesregierung müsse den Kitas und Schulen einen umsetzbaren Rahmen geben und sie bei der Umsetzung der Hygienekonzepte unterstützen.

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Landeselternvertreter erleichtert: Sozialer Kontakt wichtig

Der Landeselternvertreter der Grundschulen, Volker Nötzold, sagte, dass es für die Kinder gut sei, wenn sie wieder in ihre soziale Gruppe zurückkommen können. In dieser besonderen Zeit so etwas Ähnliches wie Normalität erleben - das sei wichtig, sagte Nötzold NDR Schleswig-Holstein. "Die lange Trennung von den Klassenkameraden und die Teilung der Lerngruppen war für viele nicht leicht." Es gebe aber auch viele Eltern, die angesichts der kompletten Öffnung der Grundschulen skeptisch sind, sagte Nötzold. Sie seien mit dem Unterricht zu Hause gut zurechtgekommen und befürchteten nun, dass sich ihr Kind mit dem Corona-Virus anstecken könnte.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.05.2020 | 08:00 Uhr

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