Ein Schild weist das Impfzentrum am Messegelände von Hannover aus. © picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte Foto: Julian Stratenschulte

Erneut Probleme bei Impftermin-Vergabe: Garg "maximal sauer"

Stand: 21.05.2021 20:05 Uhr

Zahlreiche NDR User und Hörer in Schleswig-Holstein berichteten am Donnerstag von zeitweisen Abstürzen des Systems nach Freischaltung der Termine. Gesundheitsminister Garg zeigte sich am Freitag verärgert über die Panne.

Mindestens 400.000 Geräte waren schon um kurz nach 17 Uhr auf dem Internetportal des Landes registriert. Und dann ging nach Aussage vieler NDR User und Hörer nichts mehr - der Warteschlangen-Countdown fror ein, die Seite hatte sich offenbar aufgehängt. Erst nach mehr als einer halben Stunde, gegen 17:45 Uhr meldeten die ersten NDR.de-User, dass es weitergehe. Zu dem Zeitpunkt waren über 600.000 Geräte im System angemeldet. Mehr als drei Stunden nach Start waren noch immer Termine verfügbar. "Zeitweise blieb die Zahl bei 75.000 stehen", schrieb ein User NDR Schleswig-Holstein. "Um 20:30 Uhr bekam ich sofort einen Termin in Norderstedt, wo ich auch wohne. Ich konnte sehen, dass in allen Zentren noch jede Menge Termine frei waren. Teilweise 150 Termine. Ich denke, dass irgendwas mal wieder total falsch gelaufen ist", schrieb er.

"Schluss mit dieser Art von Terminvergabe!"

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) war wenig begeistert von der erneuten Panne. "Sowas darf nicht passieren, da muss man überhaupt nicht drumherum reden. Ich bin maximal sauer deswegen", sagte Garg. Er sei allerdings auch froh, dass er sich entschieden habe das Verfahren grundsätzlich zu ändern. "Dass heißt, es ist Schluss mit dieser Art der Terminvergabe." Der Minister hatte am Dienstag ein neues Terminvergabesystem ab Juni angekündigt. Nach der Registrierung werden Impfwilligen dann freie Termine per E-Mail zugewiesen. Das Impfzentrum können sie sich künftig selbst aussuchen.

Termine für Biontech und Moderna

Am Donnerstag wurden insgesamt 75.000 neue Termine vergeben. Die Impfberechtigten bekommen die Mittel von Biontech und Moderna. Geimpft werden in Impfzentren und Arztpraxen derzeit Menschen, die zur Prioritätsgruppe 1 (vor allem über 80-Jährige sowie pflegerisches und medizinisches Personal), Prioritätsgruppe 2 (wie über 70-Jährige, Personen mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko, Personen mit einem Beruf mit hohem Ansteckungsrisiko und Kontaktpersonen von Schwangeren und Pflegebedürftigen) gehören und Prioritätsgruppe 3 (zum Beispiel über 60-Jährige, Personen aus verschiedenen Berufsgruppen wie Lebensmitteleinzelhandel und Mitarbeiter von weiterführenden Schulen) gehören.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.05.2021 | 12:00 Uhr

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