Stand: 18.08.2020 15:26 Uhr

Corona und Feiern: Günther befürwortet Diskussion

Wie können Veranstaltungen und private Feiern so stattfinden, dass sich die Menschen dort nicht mit dem Coronavirus anstecken? Angesichts steigender Corona-Zahlen hatten sich sowohl der Ärzteverband Marburger Bund als auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dafür ausgesprochen, bundesweit einheitliche Regeln aufzustellen. Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte für das Lüften. Auch wenn es in Schleswig-Holstein bisher zu keinen größeren Ausbrüchen bei Festen gekommen sei, befürwortet Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), dass das Thema diskutiert wird.

Günther: Könnte Thema sein bei Ministerpräsidentenkonferenz

Günther sagte im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein, dass es zurzeit zwei Problempunkte gebe. Zum einen seien es die Reiserückkehrer, zum anderen eben das Verhalten bei Feiern und Festen. Es gebe Menschen, die sich dabei nicht an das entsprechende Regelwerk hielten. "Von daher ist es in der Tat ein Thema, über das wir sprechen müssen." In Kürze sei ohnehin eine Ministerpräsidentenkonferenz geplant, so der CDU-Politiker. Da könnte dann darüber gesprochen werden.

In SH bisher "keine großen Fälle"

Günther machte aber auch deutlich, dass es in Schleswig-Holstein derzeit ein strenges Regelwerk mit Blick auf Veranstaltungen gebe. "Wir haben auch keine großen Fälle gehabt bei uns in Schleswig-Holstein. Das mag in anderen Ländern ein größeres Problem sein, als es im Moment bei uns der Fall ist. Deswegen glaube ich, sind unsere Regeln, die wir da im Moment haben, auch gezielt ausgerichtet." Man beobachte das Infektionsgeschehen dennoch fortlaufend, betonte der Ministerpräsident. Zuletzt war eine ursprüngliche geplante Lockerungsstufe im Veranstaltungsbereich in Schleswig-Holstein verschoben worden.

Garg fordert verantwortungsvolles Verhalten von jedem

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) sagte, er begrüße, dass Jens Spahn und auch der Marburger Bund das Thema erneut in den Fokus rücken. "Private Feiern tragen neben Reiserückkehrenden zum Anstieg der Zahlen bundesweit bei. In Schleswig-Holstein haben wir strenge Vorgaben, beispielsweise sind für private Feiern - ohne Sitzungscharakter - maximal 50 Personen in geschlossenen Räumen erlaubt und damit bereits deutlich weniger als die des Marburger Bundes angesprochenen 150 Personen." Sein Appell richte sich an alle Teilnehmenden von Veranstaltungen: "Gehen Sie verantwortungsvoll mit den bisher gewonnen Freiheiten um. Nehmen Sie Rücksicht, halten Sie Abstand und halten Sie sich an die Hygieneempfehlungen, wo immer möglich."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.08.2020 | 15:00 Uhr

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