Ein Corona-Schnelltest mit Ergebnis "positiv" liegt auf einer Maske. © picture alliance/CHROMORANGE Foto: Christian Ohde

Corona in SH: Was zu tun ist, wenn der Antigen-Test positiv ist

Stand: 06.01.2022 13:58 Uhr

In Schleswig-Holstein schnellen die Coronavirus-Fallzahlen in die Höhe. Was ist zu tun, wenn der Antigen-Test zu Hause oder an einer Teststation positiv ist? Wir geben Antworten.

von Peer-Axel Kroeske

In Schleswig-Holstein hat die Sieben-Tage-Inzidenz einen neuen Höchststand erreicht. Mehr und mehr Menschen infizieren sich mit dem Coronavirus. Erstes Indiz für eine Infektion ist häufig ein positives Ergebnis eines Antigen-Tests - ob nun zu Hause oder an einer Teststation. Was ist nun zu tun? Die Gesundheitsämter sind schwer erreichbar, weil mit der Omikron-Variante auch Geimpfte und Genesene als Kontaktpersonen gelten. Viele Fragen lassen sich aber schnell beantworten.

Betroffene sollten sich zunächst schnell isolieren

Wenn der zweite Balken beim Schnelltest sichtbar wird und damit ein positives Testergebnis vorliegt, ist umsichtiges Handeln gefragt. Betroffene sollten sich zunächst isolieren: Möglichst ein eigenes Zimmer beziehen, Mitbewohnern nur mit Mundschutz begegnen und auf Hygiene achten. Auch Lüften im Haus ist zu empfehlen. Als nächstes gilt es dann, einen PCR-Test zu organisieren.

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Klären, wo ein kostenloser PCR-Test gemacht wird

Damit die Kosten dafür übernommen werden, muss es dafür von qualifizierter Stelle grünes Licht geben. Erster Ansprechpartner sollte telefonisch der Hausarzt sein. Dieser macht den PCR-Test entweder selbst oder er vermittelt weiter. Wer keinen Hausarzt hat, kann sich unter der Telefonnummer 116 117 an den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder das zuständige Gesundheitsamt wenden.

Laut Gesundheitsministerium können auch private Testzentren mit PCR-Angebot kontaktiert werden. Dort sollten Betroffene allerdings erfragen, ob die Kosten für den PCR-Test übernommen werden. Dies ist nur möglich, wenn das Testzentrum Kosten mit der Kassenärztlichen Vereinigung direkt abrechnen kann - wenn nicht, muss das örtliche Gesundheitsamt den PCR-Test erst beauftragen.

Eine Alternative sind die elf Testzentren des DRK in Schleswig-Holstein. Sie kooperieren mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Deren Sprecher Nikolaus Schmidt sagte, alle Menschen mit dem Verdacht einer Covid-Erkrankung könnten dort unangemeldet erscheinen, also etwa wenn ein offizieller Schnelltest oder ein Selbsttest zu Hause positiv ausfällt oder die Warn-App rot zeigt. Es muss allerdings mit Wartezeiten gerechnet werden. Die DRK-Testzentren befinden sich in Bredstedt, Flensburg, Rendsburg, Heide, Kiel, Schwentinental, Neumünster, Elmshorn, Kaltenkirchen, Trittau und Lübeck.

In Flensburg sind kostenlose PCR-Tests an den Teststationen nach einem positiven Schnelltest bereits ohne Rücksprache mit dem Gesundheitsamt möglich, um das Amt zu entlasten.

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Quarantänepflicht, sobald PCR-Test positiv ausfällt

Das PCR-Testergebnis kommt nach ein bis zwei Tagen. Wegen der starken Belastung der Labore kann es aktuell auch länger dauern. Erst wenn das Testergebnis positiv ausfällt, beginnt die 14-tägige Quarantänepflicht. Die Gesundheitsämter der Kreise und Städte werden darüber automatisch informiert und melden sich üblicherweise von selbst. Darum brauchen sich Betroffene also nicht zu kümmern.

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Omikron verschiebt Maßstab für Kontaktpersonen

Im nächsten Schritt versuchen die Gesundheitsämter, alle Kontaktpersonen zu erfassen. In Quarantäne mussten zuletzt alle Ungeimpften, die sich in den beiden Tagen vor der Probenentnahme für den PCR-Test mindestens zehn Minuten ohne Maske in geringem Abstand zur infizierten Person aufgehalten haben. Die Gesundheitsämter entscheiden hierbei je nach Situation nach den Vorgaben des RKI.

Mit der hochansteckenden Omikron-Variante verschiebt sich der Maßstab. So ordnen die Gesundheitsämter für sämtliche Besucher von Diskotheken und Bars Quarantäne an, sobald ein Omikron-Fall bestätigt ist. Diese gilt auch für Geimpfte und Genesene, unabhängig von Abständen und Maske. Die Dauer der Quarantäne verlängert sich von 10 auf 14 Tage.

Ein vorzeitiges Beenden der Quarantäne durch einen negativen Test ist bei der Omikron-Variante nicht mehr möglich. Ob es sich um Omikron handelt, wird allerdings nur bei einem Teil der PCR-Tests überhaupt untersucht. Die Information hierüber wird dann meist erst später nachgereicht. Omikron gilt in Schleswig-Holstein inzwischen als vorherrschend.

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Flensburg und Nordfriesland setzen auf Eigenverantwortung

Viele Gesundheitsämter kommen bei der Kontaktnachverfolgung nicht mehr hinterher. Die Stadt Flensburg und der Kreis Nordfriesland bitten inzwischen darum, eigenständig alle Kontaktpersonen zu informieren. Diese müssen dann selbst einschätzen, ob sie quarantänepflichtig sind. Entsprechend kann die Quarantäne nach der vorgegebenen Dauer auch ohne Rücksprache mit dem Gesundheitsamt beendet werden, wenn keine Symptome auftreten.

Kostenloser PCR-Test bei rotem Signal in Corona-Warn-App

Auch wer ein rotes Signal mit der Corona-Warn-App bekommt, muss selbst über das weitere Vorgehen entscheiden. Wie bei einem positiven Schnelltest besteht nach Absprache mit Hausarzt und Gesundheitsamt Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test. In jedem Fall wird empfohlen, die Kontakte zu reduzieren. Zu vielen weiteren Fragen haben das Bundesgesundheitsministerium und das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium Antworten zusammengetragen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Moin Schleswig-Holstein – mit Mandy Schmidt und Horst Hoof | 05.01.2022 | 06:20 Uhr

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