Dennis Habermehl als Kunde und Marek Egert als Filialleiter. © Schleswig-Holsteinisches Landestheater Foto: Henrik Matzen

Diese 13 Kultureinrichtungen dürfen testweise öffnen

Stand: 13.04.2021 15:48 Uhr

Vom nächsten Montag an dürfen in Schleswig-Holstein 13 Kultureinrichtungen wieder für Besucher öffnen - in Rendsburg, Kiel, Lübeck, Flensburg, Reinbek, Laboe, Lütjenburg und Brunsbüttel. Beworben hatten sich 40 Einrichtungen.

Theater ganz klassisch, auf Plattdeutsch oder für Kinder, Ballett- und Opernaufführungen, Konzerte, Kinoabende, Lesungen, Weiterbildungskurse: Wie das alles pandemiegerecht funktionieren kann, sollen bald 13 Kultureinrichtungen im Land ausprobieren. Sie hatten sich beim Land darum beworben, ein Modellprojekt zu sein, entsprechende Konzepte eingereicht - und den Zuschlag erhalten. 27 weitere Bewerber gingen leer aus. Die ersten Projekte starten am 19. April.

Bedingung für Öffnung: Inzidenz sieben Tage unter 100

"Unser Stufenplan erlaubt uns, Kultur schrittweise zu öffnen - das haben wir zunächst mit den Museen getan", sagte Kulturministerin Karin Prien am Dienstag. Es gehe darum, Perspektiven zu schaffen für das Publikum, für Kunstgenuss und für Kulturschaffende, betonte die Ministerin. Die Modellprojekte dürfen starten, wenn zuvor die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in dem jeweiligen Kreis oder in einer kreisfreien Stadt sieben Tage am Stück unter 100 lag. Konkret bedeutet das: In Kiel darf der Theatervorhang aufgehen, wenn die Stadt den Inzidenzwert stabil unter 100 halten kann - entsprechend dürfen in Rendsburg Veranstaltungen stattfinden, wenn der Kreis Rendsburg-Eckernförde die Schwelle von 100 stabil unterschreitet.

Voraussetzung für alle Projekte ist nach Angaben des Landes, dass vorab getestet wird, Kontaktdaten digital erfasst und wissenschaftliche Ergebnisse gesammelt werden. Die sollen zeigen, was in Pandemiezeiten möglich ist - und was nicht. Steigt die Inzidenz in einer der Regionen über 100, soll das Projekt abgebrochen werden.

Theaterintendant Karasek: "Eine Heidenarbeit"

Prien betonte, dass es bei der Auswahl nicht um künstlerische Kriterien gegangen sei. Man habe sich vielmehr daran orientiert, ob die Konzepte gemeinsam von den Kommunen und dem zuständigen Gesundheitsamt genehmigt worden sind. Es müsse unter anderem ein Hygienekonzept vorliegen, ein Testregime und eine digitale Kontaktnachverfolgung gewährleistet sein. Den Aufwand dafür nannte Kiels Generalintendant am Theater, Daniel Karasek, "eine Heidenarbeit".

Diese Einrichtungen sind ausgewählt worden

  • Theater Kiel
  • Theater Lübeck
  • Freilichtbühne in den Wallanlagen Lübeck
  • Filmpalast Stadthalle Cinestar in Lübeck
  • das Schleswig-Holsteinische Landestheater in Rendsburg und Flensburg
  • die Niederdeutsche Bühne Flensburg
  • Theaterwerkstatt Pilkentafel in Flensburg
  • das Kulturzentrum Schloss Reinbek
  • die Laboer Lachmöwen
  • Filippos Erlebnisgarten (bei Lütjenburg)
  • das Elbeforum Brunsbüttel
  • Volkshochschule Rendsburger Ring
  • das Nordkolleg Rendsburg

Kieler OB denkt schon einen Schritt weiter

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) freut sich über die Entscheidung des Landes für die Modellprojekte. Er sieht sogar Potenzial, sie auf andere Bereiche auszuweiten. "Ich glaube, kleinere Ergänzungen unter der Ägide des Gesundheitsamts und der wissenschaftlichen Begleitung sind vorstellbar. Größere Sachen wird man, denke ich, mit dem Land abstimmen müssen", sagte Kämpfer im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein. Doch grundsätzlich wolle man aus den Modellen irgendwann Alltag machen. "Also es geht eher darum, dass wir jetzt ein paar Wochen oder Monate Erfahrungen sammeln, um dann zu sagen: Okay, wir wissen jetzt, wie ein Theater verantwortbar geöffnet werden und wie Sport stattfinden kann."

Sieben Projekte aus dem Sport-Bereich

Zugleich hatte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) bekannt gegeben, welche sieben Modellprojekte im Bereich Sport Modellprojekt werden. Die Zusagen des Innenministeriums gingen nach Flensburg, Itzehoe, Eckernförde, Dithmarschen, Kiel.

Tourismus-Modellprojekte haben schon mit der Arbeit begonnen

Bereits vergangenen Freitag durften sich vier Regionen über den Zuschlag als Modellregion im Bereich Tourismus freuen: Der Kreis Nordfriesland mit seiner Ferieninsel Sylt, der Dithmarscher Urlaubsort Büsum, die Schleiregion samt Eckernförde sowie die innere Lübecker Bucht. Sie sind für die kommenden Monate Tourismus-Modellregionen in Schleswig-Holstein. Die Modellregionen können mit ihren Konzepten ab dem 19. April starten, Eckernförde will genau das auch machen. Der Kreis Nordfriesland plant den Start erst ab dem 1. Mai. Sie sind zunächst auf vier Wochen befristet - mit der Möglichkeit der Verlängerung.

Bund und Länder hatten sich im März darauf verständigt, in Modellprojekten zu testen, wie Lockerungen für den Tourismus und den Kulturbetrieb möglich sein könnten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.04.2021 | 14:00 Uhr

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