Ein Jugendlicher wartet auf seine Impfung. © picture alliance/SvenSimon Foto: Frank Hoermann/SVEN SIMON

Corona-Impfung für Jugendliche: Mediziner aus SH fordern Ansagen

Stand: 07.07.2021 12:09 Uhr

In der Debatte um Corona-Impfungen für 12- bis 15-Jährige fordern Kinder - und Jugendmediziner in Schleswig-Holstein klare Ansagen.

Ralf van Heek, Landesverbandsvorsitzender aus Schleswig-Holstein der Kinder- und Jugendärzte (BMGS), sagte NDR Schleswig-Holstein, es müsse "Schluss sein mit dem Rumgeeiere." Der Verband wünsche sich eine klare Positionierung der Politik dazu, ob man Jugendliche nun impfen solle oder nicht.

Viele Anfragen, aber auch Zweifel

Es häufen sich die Anfragen von Eltern in Praxen, die eine Impfung für ihre Kinder möchten, so Ralf van Heek. Oftmals gebe es schon Wartelisten. Viele Eltern seien aber auch zögerlich und wüssten nicht, ob sie ihre jugendlichen Kinder ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) impfen lassen sollen. Auch etliche Ärzte seien noch ängstlich. Es gehe auch um Haftungsfragen.

Van Heek: Impfung wichtig für Herdenimmunität

Der Verband wünsche sich die Impfung für Kinder, so van Heeck. "Wir glauben auch, dass die Impfung ungefährlich ist, genau wissen wir das natürlich nicht. Wir wissen aber auf der anderen Seite ja auch, dass die Krankheit für diese Altersgruppe auch nicht besonders gefährlich ist, so dass man die Alternative hat: impfen oder anstecken." Die Kinderärzte seien bereit, die Kinder zu impfen, "wenn die Eltern wissen, was sie tun wollen." Nur eins sei klar: Eine Herdenimmunität gebe es nur, wenn auch die Gruppe der Jugendlichen bald geimpft werde.

Garg: Kinder können sich in Absprache mit Arzt impfen lassen

Das Gesundheitsministerium in Kiel verweist bei der Debatte erneut auf die nicht vorhandene Stiko-Empfehlung. Kinder ab zwölf Jahren könnten sich aber in Absprache mit einem Arzt impfen lassen, wenn sie und ihre Eltern das wollen, so Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). "Wir sind auf alles vorbereitet, wenn die Ständige Impfkommission, was ja immer wieder passiert, ihre Empfehlungen anpasst. Dann werden wir uns selbstverständlich auch um diese Zielgruppe ganz besonders bemühen", sagte der Gesundheitsminister.

Bundesminister wirbt für Impfung

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte im Morgenmagazin von ARD und ZDF dafür geworben, dass sich auch Kinder und Jugendliche gegen Corona impfen lassen sollen. Bis Ende August könne den 12- bis 15-Jährigen ein Angebot für eine erste Impfung gemacht werden. Genügend Impfstoff gebe es.

Die Ständige Impfkommission will derzeit keine allgemeine Impf-Empfehlung für 12- bis 15-Jährige geben. Die Begründung: Noch wisse man kaum etwas über mögliche Nebenwirkungen.

 

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