Fraktionschef Ralf Stegner (SPD) spricht im Kieler Landtag.

Corona-Impfung: Stegner fordert mehr Tempo und Vereinfachungen

Stand: 30.03.2021 12:08 Uhr

Schleswig-Holsteins Oppositionsführer Ralf Stegner (SPD) fordert mehr Anstrengungen und einen Kurswechsel beim Impfen in Deutschland. Es gehe alles zu langsam und sei zu bürokratisch.

Damit schneller mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden können, sollte aus Sicht des SPD-Politikers Ralf Stegner die Priorisierung nach bestimmten Gruppen entfallen. Es koste zu viele Ressourcen, zu ermitteln, ob jemand zum falschen Zeitpunkt geimpft wurde. "Im Kern sollten wir jetzt sagen: Impft, was Beine hat", so der Oppositionsführer im Kieler Landtag. Deswegen sollte der Impfstoff in die Arztpraxen und zu den Betriebsärzten, denn dort würde es viel schneller gehen.

Spritzen und ein Impfstofffläschen liegen auf einem Tisch. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Jens Büttner
AUDIO: SPD-Fraktionschef Stegner fordert Kurswechsel beim Impfen (1 Min)

Stegner: Impfungen in Heimen sind nahezu abgeschlossen

Der SPD-Fraktionschef fordert unter anderem einen Kurswechsel, weil die Impfung besonders schützenswerter Menschen in Heimen nahezu abgeschlossen sei. Dadurch sei es möglich, die Priorisierung wegfallen zu lassen. Wenn wir beim Impfen schneller wären, dann müsste man auch nicht über komplizierte Regelungen für das Einkaufen oder die Gastronomie reden, sagte Stegner NDR Schleswig-Holstein.

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"Wir haben grob versagt beim Impfen"

Der SPD-Politiker findet auch Notfallzulassungen für weitere Impfstoffe sinnvoll: "Man muss schon sagen, wir haben grob versagt beim Impfen. Die Verträge sind schlecht. Ausgerechnet das Land, in dem der beste Impfstoff entwickelt worden ist, steht schlechter da, als ein Großteil anderer Länder und wir müssten über viele Einschränkungen nicht sprechen, wenn das anders wäre." Man müsse daher jetzt alles mobilisieren, fordert Stegner.

Sager: Mehr Informationen zu Impfstoff

Der Präsident des Deutschen Landkreistages und Landrat des Kreises Ostholstein Reinhard Sager (CDU) verlangt unterdessen vom Bund mehr Transparenz. Es brauche zuverlässigere Informationen darüber, wieviel Impfstoff vom welchem Hersteller geliefert wird, erklärt Sager in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das müsse besser werden, damit sich die Impfzentren darauf einstellen könnten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.03.2021 | 12:00 Uhr

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