Eine Frau zieht in einer Hausarztpraxis eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer auf. © picture alliance/dpa/Bodo Schackow Foto: Bodo Schackow

Corona: Hausärzte in SH befürchten stockende Impfkampagne

Stand: 14.04.2021 11:36 Uhr

Auch in Schleswig-Holstein befürchten die niedergelassenen Ärzte, dass die Impfkampagne mehr Zeit brauchen könnte, da die Beratungen zu dem Impfstoff von AstraZeneca aufwendiger seien.

Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung bekommen die Hausarztpraxen nur noch halb so viele Dosen von Biontech/Pfizer - und stattdessen mehr AstraZeneca. Das sagte der Kassenärztechef Andreas Gassen der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er kritisierte, dass die Impfzentren bevorzugt würden. Auch der Hausärzteverband in Schleswig-Holstein sieht durch diese Umverteilung Probleme.

Höherer Zeitaufwand - mehr Zeit für Impfungen

Der Vorsitzende des Verbandes in Schleswig-Holstein, Thomas Maurer, hat für seine Praxis mit 200 Impfdosen Biontech in der kommenden Woche gerechnet. Er bekommt aber nur noch 100 Dosen des Biontech Impfstoffes und dazu 100 Dosen von AstraZeneca. Mit diesem Impfstoff sollen aber mittlerweile nur noch über 60-jährige Menschen geimpft werden. Außerdem hätten viele Patientinnen und Patienten bei diesem Wirkstoff viele Fragen und Beratungsbedarf, so Maurer. Das bedeutet, dass die Hausärzte einen höheren Zeitaufwand zusätzlich haben - neben den ganz normalen Behandlungen. Maurer befürchtet deshalb unter anderem auch, dass die Impfungen langsamer vorangehen könnten.

Verteilung der Impfstoffe liegt in der Hand des Bundes

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums wies die Kritik deutlich zurück. Die Impfstoffmenge steige insgesamt, heißt es. Außerdem sei es klar gewesen, dass nach zwei Wochen Wirkstoffe verschiedener Hersteller an die Praxen gehen.

Ein weiterer Impfstoff macht seit gestern Schlagzeilen. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson verschiebt den Marktstart seines Impfstoffs in Europa. Zuvor hatten die Behörden in den USA wegen sechs Thrombosefällen einen Impfstopp empfohlen. Laut Gesundheitsministerium hat das auf Schleswig-Holstein zunächst kaum Auswirkungen, weil mit etwa 7.000 Dosen bislang eine relativ geringe Menge angekündigt war.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.04.2021 | 12:00 Uhr

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