Ein Fisch im Aquarium.

Aquaristik-Boom durch Corona: Haustier Fisch ist gefragt

Stand: 28.02.2021 13:17 Uhr

Er ist der Herr über 120 Aquarien: Mehr als eine Stunde am Tag ist Rüdiger Holstein nur mit Füttern beschäftigt.

Holstein leitet seit 1998 die Aquariumanlagen in Heidgraben (Kreis Pinneberg). Aber so viele Fische wie seit Beginn der Pandemie hat er noch nie verkauft.

Corona weckt den Wunsch nach einem Haustier

Die aktuelle Lage führt nachweislich dazu, dass viele ein Haustier haben wollen - meist im Gedanken, jetzt mehr Zeit zu haben. Viele Tierheime sind leer, was einerseits erfreulich ist, aber andererseits auch die Sorge auslöst, dass sie wieder überquellen, wenn die Corona-Maßnahmen aufgehoben werden und die Normalität, Zeitmangel und eine andere Prioritätenlage wiederkommen.

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Die Leere in den Tierheimen oder auch die Vorzüge, die Fische im Gegensatz zu Hunden und Katzen mitbringen, überzeugt anscheinend viele Kunden: Rüdiger Holstein verkauft momentan auch mal 2.000 Fische pro Woche, doppelt so viele wie vor der Pandemie. "So ein Aquarium strahlt ja eine gewisse Ruhe und etwas Grünes in einem Raum aus", beschreibt Holstein die Besonderheit der Aquaristik, "und wenn ich schon nicht richtig weg kann, dann will ich etwas Lebendes, etwas Grünes, in meinem Haus haben." Damit könne man sich gut beschäftigen, sagt Holstein. "Und in dem Moment, wenn der Sommer kommt und alle wieder rausgehen, läuft das Aquarium für sich alleine weiter."

Nach der Sommerpause stieg die Nachfrage wieder

Der Nachfrageschub im vergangenen Jahr sorgte anfangs allerdings für Verwirrung. "Bei dem ersten Lockdown, da waren wir alle mehr oder weniger vorsichtig. Und sind teilweise überrascht worden, dass der Bedarf dann plötzlich so hoch war", erinnert er sich. "Als wir die Sommerpause hatten, hat sich das einigermaßen beruhigt - bis es dann im November wieder losging. Aber was jetzt abgeht, das ist wirklich heftig." Mit den Fischen steigt auch der Bedarf an Aquarien - und auf die müssen Holsteins Kunden teilweise bis zu zwölf Wochen warten, denn bei vielen Firmen gebe es Lieferprobleme.

Es muss einiges beachtet werden

Neben dem Verkauf steht Holstein den Kunden zur Seite, wenn eine helfende Hand oder ein Rat gebraucht wird. So einfach die Haltung von Fischen erscheint, gibt es dennoch einige Dinge zu beachten. "Mit das Wichtigste ist, dass die Filteranlage läuft", weiß der Fachmann. "Ich kriege auch an Sonntagen morgens Anrufe, wenn die Leute ihre Filteranlage nicht gestartet bekommen nach der Reinigung." Gelingt die Hilfe per Telefon nicht, guckt der Experte persönlich drauf. "Für solche Sachen bin ich da." Für das häusliche Aquarium sind laut Holstein die farbintensiven Neonsalmler der Favorit - seine Anlagen bereitet er aber gerade auf Kois und Goldfische vor. Damit will er vorbereitet sein, wenn die Leute im Frühling auf Teichfische umsatteln.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 28.02.2021 | 19:30 Uhr

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