Stand: 09.10.2019 05:00 Uhr

Zahl der Einbrüche in Schleswig-Holstein geht zurück

von Marc Kramhöft

Es wird wieder früher dunkel und später hell: Der Herbst und der Winter sind bei Einbrechern beliebt, um sich Zugang zu Häusern und Wohnungen zu verschaffen. In Schleswig-Holstein scheinen sie allerdings auf dem Rückzug zu sein, wie eine Statistik der Landespolizei zeigt. Demnach haben die Beamten in den ersten neun Monaten dieses Jahres 2.865 Einbrüche gezählt. Das sind etwa 300 weniger als noch im vergangenen Jahr während dieses Zeitraums.

Aufklärungsquote zeigt erst die offizielle Kriminalstatistik

"Die Tendenz, dass die Zahlen leicht rückläufig sind, setzt sich fort", sagt Dennis Schneider von der Landespolizei. Im Jahr 2015 registrierte sie sogar noch mehr als 5.000 Einbrüche. Wie hoch die Aufklärungsquote ist, wird erst die offizielle Polizeiliche Kriminalstatistik zeigen, die Anfang des kommenden Jahres veröffentlicht wird. Im vergangenen Jahr lag sie bei 12,6 Prozent.

Meiste Taten in den Kreisen Stormarn und Pinneberg

Regional gibt es bei den Einbruchszahlen große Unterschiede. Die Hochburgen liegen mit den Kreisen Stormarn und Pinneberg fast schon traditionell im Hamburger Umland. Dort zählte die Polizei von Januar bis September jeweils mehr als 300 Taten. Zum Vergleich: Die wenigsten Einbrüche gab es mit unter 100 im Kreis Dithmarschen und in Neumünster.

Polizei setzt auf Ermittlungsgruppen und Prävention

Dort, wo es besonders viele Einbrüche gibt, hat die Polizei bereits verschiedene Maßnahmen eingeleitet. Die Polizeidirektion Ratzeburg zum Beispiel hat an den Standorten Reinbek und Ahrensburg zwei entsprechende Ermittlungsgruppen etabliert. "Die Mitarbeiter übernehmen die Sachbearbeitung und Spurensuche und kümmern sich intensiv um die Einbruchstatorte", erklärt Schneider. Außerdem gebe es regelmäßig "Präventionsstreifen". Polizeibeamte suchen dabei gezielt Anwohner auf, um Sicherheitstipps zu geben und auf ungesicherte Gegenstände hinzuweisen - so etwa Ende des vergangenen Monats in Elmshorn, Barmstedt, Bokholt-Hanredder und Kölln-Reisiek.

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Einbrecher schlagen auch bei Tageslicht zu

Generell rät die Polizei, Türen und Fenster mechanisch zu sichern. Zudem sollten Bewohner Signale vermeiden, an denen ein Einbrecher erkennt, dass die Wohnung oder das Haus unbewohnt ist. Schneider appelliert: "Hinterlassen Sie keine Abwesenheitshinweise auf dem Anrufbeantworter, teilen Sie Fotos und Videos aus dem Urlaub nicht offen in den sozialen Medien." Außerdem wichtig: Anwohner sollten nicht nur im Dunkeln aufmerksam sein, sondern auch, wenn es noch hell ist. Denn: Mehr als ein Drittel aller Einbrüche passierten bei Tageslicht zur Schul-, Arbeits- oder Einkaufszeit, so Schneider.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.10.2019 | 06:00 Uhr

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