Stand: 09.06.2020 18:41 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Viele verwaiste Tierbabys im Schutzzentrum Weidefeld

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200 Wildtiere wurden in diesem Jahr im Tierschutzzentrum Weidefeld abgegeben.

Verwaiste Kaninchen, Eulen oder Rehkitze - um sie kümmern sich die Tierpfleger im Tierschutzzentrum Weidefeld in Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg). Hier herrscht seit Wochen Hochbetrieb. Das Tierschutzzentrum muss mehr Tiere aufnehmen als normalerweise. Knapp 200 verletzte oder leidende Tiere brachten Spaziergänger, Landwirte oder Gartenbesitzer in diesem Jahr vorbei - fast alle auf einmal in den vergangenen drei Wochen. Allein neun Rehkitze ziehen die Pfleger aktuell mit der Hand auf.

Wildtierstation quillt über vor Jungtieren

Schleswig-Holstein Magazin -

Im Tierschutzzentrum Weidefeld wurden in den letzten drei Wochen weitaus mehr Jungtiere abgegeben als im Vorjahr. Die Gründe für das vermehrte Aufkommen sind vielfältig.

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Klimawandel und Corona: Viele Gründe für Hochbetrieb

"Normalerweise fängt die Jungtierzeit Mitte April oder so an, dieses Jahr war wegen Corona erst mal gar nichts. Seitdem die Lockerungen in Kraft getreten sind, kam dann schlagartig alles auf einmal. Man merkt einfach: Die Leute dürfen wieder raus, Spaziergänger, Touristen, das Telefon steht gar nicht mehr still", erklärt Patrick Boncourt, der Fachreferent des Tierschutzzentrums. "Wir haben einen sehr trockenen Sommer, das heißt Kaninchenbauten zerbröseln, Schwalbennester fallen plötzlich runter." Hinzu komme ein weiterer Faktor: Eine benachbarte Auffangstation habe letztes Jahr geschlossen.

Mitarbeiter bekommen wenig Schlaf

Für die Pfleger kann die Situation sehr belastend sein, sagt Tierpflegerin Stefanie Schepler, die sich um verwaiste Rehkitze kümmert. "Am Anfang ist es wirklich so, dass die nur bei einer Person trinken. Die gewöhnen sich an einen", erklärt sie. Nach der Arbeit kamen die Kitze mit nach Hause, waren sogar in ihrem Schlafzimmer. "Da muss man gucken: Wie geht es dem Team? Sind die ab einem gewissen Punkt einfach in der Lage, das noch zu stemmen?", erklärt Boncourt. Das Ziel der Mitarbeiter im Tierschutzzentrum: Alle Tiere Schritt für Schritt wieder auszuwildern. Und: Schritt für Schritt wieder mehr Schlaf für das Team vom Tierschutzzentrum Weidefeld.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 09.06.2020 | 19:30 Uhr

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