Stand: 17.03.2017 07:24 Uhr

Wichtiger Tag für Stromtrasse Suedlink

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So soll eine der beiden geplanten Suedlink-Trassen verlaufen. Sie wird 800 Kilometer lang.

Unterirdisches Erdkabel statt Freileitung mit riesigen Strommasten - so soll die Suedlink-Stromautobahn umgesetzt werden. Die Trasse ist eines der zentralen Projekte für die Energiewende in Deutschland. Netzbetreiber Tennet hat die Pläne für die Erdkabel-Trasse am Freitag bei der zuständigen Bundesnetzagentur eingereicht. Die Trasse beginnt in Schleswig-Holstein. Mit Suedlink soll der im Norden erzeugte Windstrom nach Süden transportiert werden. Die Trasse hat eine Länge von 800 Kilometern.

Weicher Marschboden wird genutzt

Tennet will eines der Erdkabel nahe Brokdorf (Kreis Steinburg) verlegen. Dort würde das Kabel den weichen Marschboden am geringsten belasten, sagte Energiewendeminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen). Ursprünglich war das gesamte Projekt als Freileitung geplant worden. Nach Protesten vor allem in Bayern hatten die Netzbetreiber Tennet und Transnet BW dann ihre Pläne geändert. Das hat seinen Preis. Der politisch gewollte Vorrang für Erdkabel wird die Kosten nach Schätzungen der Betreiber von drei Milliarden auf bis zu zehn Milliarden Euro in die Höhe treiben. Das müssen private Kunden und die Industrie über höhere Netzentgelte bezahlen.

Ein langer Weg bis zu den fertigen Trassen

Die Bundesnetzagentur muss in den kommenden Wochen die Vorschläge für den Trassenverlauf prüfen. Dann folgt eine umfangreiche Bürgerbeteiligung mit vielen Infoveranstaltungen. Die Höchstspannungs-Gleichstromleitungen sollen von Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen ) nach Großgartach (Baden-Württemberg) sowie von Wilster (Kreis Steinburg) nach Grafenreinfeld (Bayern) verlegt werden. 2025 soll der in Schleswig-Holstein erzeugte Windstrom dann in Süddeutschland ankommen.

Zur Zeit wird Schleswig-Holstein seinen Windstrom wegen fehlender Leitungskapazitäten nicht los. Allein 2016 mußten die Stromkunden nach Angaben der Netzbetreiber 300 Millionen Euro für diesen "teueren Wegwerfstrom" bezahlen.

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Übersichtskarte Schleswig-Holstein und Niedersachsen Nord

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Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.03.2017 | 09:00 Uhr

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