Stand: 10.09.2020 09:42 Uhr

Warntag: Das große Heulen in Schleswig-Holstein

von Christian Nagel

Überschwemmungen, Waldbrände, flächendeckende Stromausfälle - zum Glück kommen solche Gefahrenszenarien in Schleswig-Holstein nicht so häufig vor. Doch im Fall der Fälle sollen die Menschen möglichst schnell darüber informiert werden, dass Gefahr besteht. Das wird heute ab 11 Uhr getestet. Ein besonders großes Risiko für Gefahrensituationen sahen die Sicherheitsbehöden in Deutschland während des kalten Krieges. Allein in Schleswig-Holstein wurden deshalb mehr als 4.200 Sirenen installiert, mit denen die Bevölkerung vor einem Angriff gewarnt werden sollte.

Bund gab Sirenen auf und an Städte und Kreise ab

Anfang der 90er Jahre gab der Bund die Sirenen auf. Laut schleswig-holsteinischem Innenministerium übernahmen die Kreise etwas mehr als die Hälfte der Sirenen. Sie werden aktuell für die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehren eingesetzt. Dann heulen die Sirenen innerhalb einer Minute drei Mal kurz auf. Die wenigsten kennen jedoch das Sirenensignal, das eine Minute lang auf- und abheult. Es bedeutet: Gefahr! Radio an und auf Durchsagen achten! Wie viele Sirenen zum Warntag in Schleswig-Holstein genau aufheulen werden, ist beim Innenministerium nicht bekannt. Nach Angaben eines Sprechers gibt es keine landesweite Statistik. Unklar ist auch, ob alle Sirenen für den heutigen Test geeignet sind. Sie könnten zu alt und nicht dafür ausgerüstet sein.

Warnung erfolgt auch über zusätzliche Warnmittel

Trotzdem sieht das Innenministerium das Land für die Warnung vor Gefahrensituationen gut gewappnet. Zum einen, weil viele Kommunen bereits alte Sirenen gegen neue elektronische Anlagen ausgetauscht haben, zum anderen, weil nicht nur über Sirenen gewarnt wird. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe setzt auch auf die Warnung per Radio und Fernsehen. Auch spezielle Apps, wie zum Beispiel die Warn-App NINA, soziale Netzwerke, Lautsprecherdurchsagen und digitale Anzeige- und Werbetafeln sollen zum Einsatz kommen. Zum Warntag werden diese Möglichkeiten getestet. Pünktlich um 11 Uhr soll die Probe-Warnung abgesetzt werden. 20 Minuten später erfolgt die Entwarnung. Sirenen werden dafür eine Minute durchgängig heulen. Das Signal für "Keine Gefahr mehr".

Warntag findet nun jährlich im September statt

Wir wollen die Menschen sensibilisieren und auf die verfügbaren Warnmittel und die Sirenensignale aufmerksam machen, heißt es aus dem Innenministerium in Kiel. Deshalb hat die Innenministerkonferenz entschieden, den bundesweiten Warntag jährlich durchzuführen. Und zwar am zweiten Donnerstag im September.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.09.2020 | 06:00 Uhr

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