Vier Unfälle und ein Neubau: Die Bushaltestelle in Traventhal

Stand: 01.07.2021 18:36 Uhr

Ein Bus-Häuschen sollte eigentlich Schutz für Busreisende bieten. Bei der Haltestelle am Brookenredder in Traventhal ist es eher das Gegenteil - eine unendliche Geschichte von Unfällen und Reparaturen.

Dieser Ort scheint wie verhext: Bei der Bushaltestelle in Traventhal (Kreis Segeberg) will es mit dem Bushäuschen einfach nicht klappen. Schon mindestens vier Mal krachte es hier. Zum ersten Mal 2015. Das damalige Fachwerkhäuschen wurde um sechs Zentimeter vom Bus verschoben. Ein Dachbalken brach, der Schaden belief sich auf 10.000 Euro. 2019 dann traf es den Unterstand am Dorfplatz gleich zwei Mal - so sehr, dass das Häuschen aus der Bodenverankerung gerissen wurde. Das Ergebnis: Totalschaden.

Kurze Freude über neue Haltestelle

2020 musste Bürgermeister Udo Bardowicks deshalb eine ganz neue Haltestelle bauen lassen. Kosten: 14.000 Euro. Den Großteil übernahm die Versicherung, 2.000 Euro aber musste die Gemeinde tragen. Doch die Freude hielt nicht lang: Erst vor ein paar Tagen krachte ein Schulbus beim Wenden in das Dach. "Platz ist hier genug, um hier mit einem Bus rumzufahren", sagt Bardowicks. Warum die Busse dennoch immer wieder Unfälle mit dem Häuschen bauen, weiß er nicht. Die Frage stellen sich in dem Ort alle.

Eine Platzfrage

Das Busunternehmen sagt, ein parkender Lieferwagen sei im Weg gewesen. Der Bus musste zurücksetzen. Zwar seien alle Busse mit Rückfahrkameras ausgestattet, das Dach könne aber kein Fahrer sehen, erklärt der Geschäftsführer Marc Berg. "Die Bushaltestelle dürfte an der Stelle gar nicht stehen. Egal wie man's macht, steht sie im Weg", sagt Berg. Die Haltestelle stehe einfach viel zu nah am Kantstein.

Das Häuschen zu versetzen, funktioniert aber nicht, sagt der Bürgermeister, denn es grenze an ein Privatgrundstück. Außerdem sei die Stelle wichtig für die Schüler, die mit dem Bus fahren. Eine andere Stelle ist laut Bürgermeister zu nah am stark frequentierten Straßenbereich.

Wieder warten auf Reparatur

Drei Mal täglich fährt der Schulbus, dazu regulärer Linienverkehr - der hält dort aber nur, wenn Fahrgäste beim Häuschen warten. Obwohl der Neubau 2020 schon mit einem gekürzten Überstand gebaut wurde, half das offenbar nicht. Nachdem jetzt schon wieder ein Bus ins Dach krachte, wurde wieder alles abgesichert. Die Reparatur steht noch aus. Verletzt wurde bei den bisherigen Unfällen zum Glück niemand. Eine ordentliche Lösung für die Haltestelle, die einfach nicht heil bleiben will, gibt es weiter nicht. Und direkt miteinander gesprochen, haben Busunternehmen und Bürgermeister auch nicht. Für Bürgermeister Bardowicks aber steht fest: Die Haltestelle bleibt, wo sie ist.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 01.07.2021 | 19:30 Uhr

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