Stand: 17.02.2020 14:33 Uhr  - Nachrichten für Schleswig-Holstein

"Victoria" - stürmisch aber friedlich

Die Auswirkungen des Sturmtiefs "Victoria" halten sich in Schleswig-Holstein in Grenzen. Die Leitstellen mussten in der Nacht zu Montag nur vereinzelt Rettungskräfte wegen loser Dachziegeln oder umgestürzter Bäumen ausrücken lassen: unter anderem in Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg), St. Annen (Kreis Dithmarschen) oder Pinneberg. Verletzte hat es durch "Victoria" laut Polizei nicht gegeben.

Verspätungen bei Bahn und Fähren

Bei der Bahn und bei den Fähren mussten Fahrgäste am Montag noch mit Einschränkungen rechnen. Am Morgen kam es laut Deutscher Bahn in Kiel sowie zwischen Büchen und Schwarzenbek (Kreis Herzogtum Lauenburg) wegen umgekippter Bäume zu Verzögerungen. Inzwischen sind die Strecken wieder frei. Auch Fährfahrten von und nach Föhr, Dagebüll und Amrum waren möglicherweise von dem Sturmtief und den damit verbundenen Hochwasserständen betroffen. Helgoland ist aktuell weder per Fähre noch per Flugzeug zu erreichen.

Kleinere Einsätze für die Feuerwehr

Generell ist der Sturm glimpflicher über Schleswig-Holstein hinweggezogen, als zunächst befürchtet. Bis Sonntagabend zählten die Leitstellen rund 50 kleinere Einsätze. In Norderstedt (Kreis Segeberg) musste die Feuerwehr beispielsweise ausrücken, um ein Gerüst an einem Haus zu sichern. In Barmstedt (Kreis Pinneberg) lösten sich ein solches Baugerüst und Dachziegel an dem Neubau eines Einfamilienhauses, was ohne große Folgen blieb. Auf der B202 bei Selent (Kreis Plön) blieb es laut Polizei bei Blechschäden, als der Anhänger eines Autos vom Wind erfasst wurde und der Wagen gleich mit auf dem Dach landete.

Sturmböen abgeschwächt

An der Westküste Schleswig-Holsteins schwächten sich die bis dato auftretenden Sturmböen (bis zu 100 Kilometer pro Stunde) am Sonntagachmittag bereits wieder ab. Auch die Pegelstände im Binnenland sind zunächst gesunken. Nach Angaben des Bürgermeisters von Kellinghusen (Kreis Steinburg) sank der Pegel der Stör am Sonntag um 20 Zentimeter. Der Fluss war in Folge des Sturmtiefs "Sabine" über die Ufer getreten, ähnlich wie die Bramau. Allerdings kann das Wasser aus der Stör noch nicht in die Elbe abfließen. Dafür sei der Pegel zu hoch. Die Tore im Stör-Sperrwerk bleiben zunächst geschlossen. Ein Sprecher des Stör-Sperrwerks sagte, weil für das Wochenende wieder Sturm und Regen vorhergesagt seien, werde es noch dauern, ehe sich die Lage normalisiert.

Treene tritt über die Ufer

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Das Wasser der Treene steigt - aus Richtung Tarp strömt jede Menge Wasser in diese Richtung.

Die Pegelstände der Treene im Raum Hollingstedt (Kreis Schleswig-Flensburg) steigen unterdessen. Ein Sprecher des Eider-Treene Verbandes sagte, dass aus dem nördlich gelegenen Tarp gerade sehr viel Wasser dorthin fließe. Dadurch könne Hollingstedt zu einem Flaschenhals werden, so der Experte. In Richtung Friedrichstadt und Eider sei aber alles im grünen Bereich. Wegen des Hochwassers sind die Tore im Eidersperrwerk geschlossen. Deshalb kann das Wasser im Norden Schleswig-Holsteins auch noch nicht durch die Treene in die Nordsee abfließen.

Nach dem Durchzug von Sturmtief "Victoria" ist Schleswig-Holsteins Nordseeküste erneut von einer Sturmflut heimgesucht worden. Der Hochwasserpegel am Eidersperrwerk stieg am Montagmorgen 1,71 Meter über das mittlere Hochwasser (MHW), wie eine Sprecherin des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie mitteilte. In Husum waren es 1,69 Meter und in Dagebüll 1,64 Meter. In Büsum wurde eine Hochwassermarke von 1,46 Metern erreicht. Von einer Sturmflut spricht man an der Nordseeküste, wenn die Pegelstände 1,50 bis 2,50 Meter über dem MHW liegen.

Wälder sollten nicht betreten werden

Die Landesforsten im Binnenland warnen weiter davor, die Wälder zu betreten. Sturm "Sabine" hat Bäume beschädigt, viele konnten wegen der Witterung noch nicht aus den Forsten geholt werden. Sie drohen zu fallen.

 

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.02.2020 | 19:30 Uhr

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