Stand: 12.04.2018 21:58 Uhr

Ver.di-Warnstreik: 4.000 demonstrieren in Kiel

4.000 Menschen aus allen Ecken Schleswig-Holsteins haben sich am Donnerstag nach Kiel aufgemacht - zur großen Protestveranstaltung im Norden: Die Gewerkschaft ver.di hatte die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen unter anderem in Schleswig-Holstein aufgerufen, am Donnerstag die Arbeit niederzulegen. Viele Kitas blieben geschlossen, Mitarbeiter der Schleusen in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau sind dem Aufruf gefolgt, der Kanal blieb den ganzen Tag über gesperrt. Auch in Krankenhäusern waren die Folgen des Streiks zu spüren.

6.000 im Ausstand

In ganz Schleswig-Holstein haben sich mehrere tausend Beschäftigte an dem eintägigen Warnstreik beteiligt, ein ver.di-Sprecher schätzt die Zahl auf 5.000 bis 6.000. Auf der Demonstration in Kiel forderten Teilnehmer aus Lübeck, Neumünster, Flensburg, Husum und anderen Orten lautstark mehr Geld. Mit Losungen auf Transparenten wie "Gute Leute...Gute Arbeit...Gutes Geld" und "Genug gespart! Öffentliche Dienste sind mehr wert" untermauerten sie ihren Protest.

Streikende im Norden legen Arbeit nieder

Sonderdienste bei Krankenhäusern und Notgruppen bei Kitas

Für sicherheits- und gesundheitsrelevante Einrichtungen wie die Krankenhäuser waren nach Angaben der Gewerkschaft Notdienstvereinbarungen geschlossen worden. Die kommunalen Kitas und Kindergärten beispielsweise in Flensburg, Schleswig, Neumünster und Heide blieben teilweise geschlossen. In Norderstedt öffneten von den elf städtischen Kitas acht nicht, zwei von ihnen boten aber eine Notbetreuung an. Die Eltern wurden nach Angaben der Stadt vorab schriftlich informiert - so lief es auch in Kiel. Denn dort blieben die meisten der 35 städtischen Einrichtungen ganz geschlossen. In der Landeshauptstadt wurden nach Angaben der Stadt auch keine Abfalltonnen geleert.

Arbeitgeber: "völlig überflüssig und unverantwortlich"

Im Tarifkonflikt fordert die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro mehr pro Monat. Zudem sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro steigen. "Die Staatskassen sind voll. Die Steuereinnahmen sprudeln. Wir haben Haushaltsüberschüsse. Wenn nicht jetzt, wann dann", verteidigte ver.di-Sprecher Frank Schischefsky den Warnstreik. Wilfried Kley vom kommunalen Arbeitgeberverband hält die Warnstreiks vor der voraussichtlich letzten Verhandlungsrunde am kommenden Wochenende für völlig überflüssig und überzogen: "Hier werden Unternehmen geschädigt, die mit dem Tarifrecht des öffentlichen Dienstes gar nichts zu tun haben. Ich halte das für unverantwortlich", sagte Kley NDR 1 Welle Nord.

Weitere Informationen

Warnstreiks im Norden: Kitas zu, Bahnen stehen still

Ein Tag ohne Kita, Müllabfuhr und Nahverkehr: Im Norden haben die angekündigten Warnstreiks im öffentlichen Dienst begonnen. In vielen Städten soll ganztägig gestreikt werden. (12.04.2018) mehr

Hunderte Beschäftigte streiken in Lübeck

In Lübeck haben nach Angaben der Gewerkschaft ver.di etwa 700 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst für eine Lohnerhöhung demonstriert. Die Auswirkungen bekamen vor allem Kita-Eltern zu spüren. (22.03.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.04.2018 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

03:08
Schleswig-Holstein Magazin

Start-up: Die kleine Kieler Brauerei Lillebräu

18.01.2019 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
01:38
Schleswig-Holstein Magazin

Grundsteuer: Heinold stellt Kompromiss vor

18.01.2019 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
02:42
Schleswig-Holstein Magazin

Diesel-Fahrverbot: Umwelthilfe-Chef besucht Kiel

18.01.2019 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin