Stand: 23.05.2019 17:11 Uhr

Umwelthilfe droht mit Klage gegen LNG-Terminal

Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor der Genehmigung des Flüssigerdgasterminals in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen). Das geht aus einem Rechtsgutachten hervor, das nächste Woche präsentiert wird. Es sorgte am Donnerstag für Gesprächsstoff auf der Nationalen Maritimen Konferenz.

Verein sieht Sicherheitsrisiko und kritisiert Fracking

Die Umwelthilfe wählt markige Worte: Flüssigerdgas LNG werde durch umweltschädliches Fracking gewonnen, die Aufbereitung im Terminal sei ein Sicherheitsrisiko. Direkt neben der geplanten Anlage in Brunsbüttel befinden sich Wohngebiete, auch ein Chemiewerk und ein Zwischenlager für radioaktiven Müll. Keine Chance auf Genehmigung, meint der Verein und droht mit Klage.

Wirtschaftsminister Buchholz sieht Chance in "Brückentechnologie"

Das sieht Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) anders. "Wir wissen alle, dass Flüssiggas eine Brückentechnologie ist. Aber wenn wir es mit einer Brückentechnologie für die Schifffahrt erreichen, maßgeblich den CO2-Ausstoß zu reduzieren, dann frage ich mich, warum gerade die Umweltverbände an dieser Stelle plötzlich dagegen unterwegs sind."

Bundeswirtschaftsminister Altmaier drängt auf Genehmigung

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält den möglichen Start von LNG aus Brunsbüttel für gut vorbereitet. Er wünscht sich, dass nun von den Behörden so schnell wie möglich genehmigt werde.

Wichtiges Terminal für Hafenstandort Hamburg

Flüssigerdgas ist für Container- und Kreuzfahrtschiffe ein wichtiges Antriebsmittel, die meisten Neubauten der kommenden Jahre basieren auf LNG-fähigen Motoren. Bekommt der Großraum Hamburg kein nahes Terminal mit dem Gas, würden viele Reedereien einen Bogen um die Hansestadt machen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.05.2019 | 17:00 Uhr

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