Stand: 14.09.2019 17:49 Uhr

Übung: Über die Westküste von SH zieht ein Orkan

Ein fiktiver Nord-West Orkan wütet an der Nordseeküste, die Deiche drohen zu brechen und die Rettungskräfte müssen hunderte Menschen in Sicherheit bringen. Alle Bewohner der kleinen Gemeinde Sankt Margarethen (Kreis Steinburg) werden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Mit aufheulenden Feuersirenen und Lautsprecherdurchsagen der Feuerwehr beginnt am Morgen eine der größten Katastrophenschutzübungen in der Geschichte Schleswig-Holsteins.

1.500 Einsatzkräfte am "Blanken Hans" beteiligt

Insgesamt waren rund 1.500 Sanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten aus den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen bis zum Nachmittag an der Westküste im Einsatz. In einer Übung namens "Blanker Hans" trainierten die Beteiligten ihre Zusammenarbeit im Fall einer schweren Sturmflut. Auch die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk, Küstenschutzbehörden sowie Deich- und Sielverbände waren eingebunden.

220 Darsteller spielten die Patienten

In Steinburg befand sich der Schwerpunkt der Übung. Nach Angaben des Innenministeriums waren allein dort knapp 800 Personen und etwa 150 Einsatzfahrzeuge unterwegs. In der kleinen Gemeinde St. Margarethen an der Elbe wurde mit Freiwilligen unter anderem die Evakuierung eines Pflegeheimes sowie eines Jugendlagers simuliert. 220 Darsteller spielten die kranken, verletzten und verwirrten Patienten. Bis 10.30 Uhr mussten alle Bewohner ihre Häuser verlassen. Busse brachten die Menschen zu einer Notunterkunft im regionalen Berufsbildungszentrum in Itzehoe.

Fazit: Landrat Wendt ist mit Ergebnis zufrieden

Die Übung am Sonnabend dauerte fünf Stunden. In der Praxis hieße das: Rettungskräfte könnten die gesamte Wilstermarsch in zwölf Stunden ausquartieren. Das Land stünde aber deutlich früher unter Wasser, betonte Steinburgs Landrat Torsten Wendt (parteilos). Er kündigte an, in der Nachbereitung das Gespräch mit dem Landesamt für Küstenschutz zu suchen. Er wolle darauf hinzuweisen, welche Zeitintervalle beachtet werden müssten, um handlungsfähig zu sein. Insgesamt sprach Wendt von einer erfolgreichen Katastrophenschutzübung. Allerdings waren Evakuierungshelfer aus Ostholstein verspätet in St. Margarethen eingetroffen.

Grote: Zusammenspiel aller Kräfte regelmäßig üben

Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) hatte sich selbst einen Eindruck vom Ablauf der Übung gemacht. "Es war absolut beeindruckend, das Zusammenspiel einer so großen Anzahl von Organisationen in vielen verschiedenen Einsatzlagen bis hin zu Evakuierungen zu erleben", sagte Grote. Er dankte allen Beteiligten. Nun gelte es auf allen Ebenen, die Übung auszuwerten und für die Zukunft die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. "Gerade im Katastrophenschutz muss nicht nur das Zusammenspiel aller Kräfte regelmäßig geübt werden. Ebenso wichtig ist es, der Bevölkerung immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass solche Ereignisse trotz unseres hervorragenden Küstenschutzes auch heute nicht völlig ausgeschlossen werden können", so Grote.

Katastrophenschutzübung: Deichbruch und Überflutung

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 14.09.2019 | 19:30 Uhr

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