Stand: 02.09.2020 18:54 Uhr

Tourismus: Trotz Corona steht SH im Vergleich gut da

Wie viele andere Branchen auch, hat die Corona-Pandemie den Tourismus in Schleswig-Holstein hart getroffen: Rund zwei Monate waren Hotels, Ferienwohnungen oder Campingplätze dicht. Das macht sich jetzt in den Zahlen bemerkbar. Die Tourismusagentur und Minister Bernd Buchholz (FDP) haben am Mittwoch die Halbjahresbilanz vorgestellt.

Buchholz: Keine Katastrophe

Die schlimmsten Erwartungen aus dem Frühjahr haben sich nicht bestätigt: Nach Einschätzungen von Buchholz ist Schleswig-Holsteins Tourismusbranche bisher im Durchschnitt mit einem "blauen Auge" durch die Corona-Krise gekommen. Im März sei eine Katastrophe zu befürchten gewesen, sagte er. "Die ist es nicht geworden." Trotz teilweise dramatischer Einbußen, wie einem Übernachtungsminus von 95 Prozent im April, stehe der Norden im Vergleich der Bundesländer ausgesprochen gut da, sagte Buchholz.

Campingplätze sind Gewinner

In Schleswig-Holstein wurden zwischen Januar und Juni etwa neun Millionen Übernachtungen gezählt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Minus von etwa 38 Prozent. Im deutschlandweiten Vergleich ist das das geringste Minus aller Bundesländer. In den Monaten Juli und August gab es deutlich mehr Buchungen. Am schnellsten hat sich in der Corona-Krise die Ostseeregion mit der Lübecker Bucht und Fehmarn erholt. Vor allem die Campingplätze in Schleswig-Holstein gehören zu den Gewinnern. Andere, wie Landgasthöfe, die von Familienfeiern und anderen Veranstaltungen abhängig sind, seien in der Existenz bedroht. Nicht alle würden überleben. Verluste melden dagegen immer noch Städte wie Neumünster oder Norderstedt, wo sonst zum Beispiel Messen oder Tagungen stattfinden.

Schon viele Anfragen für 2021

Laut Tourismusagentur gebe es auch für den Rest des Jahres und auch schon für das kommende Jahr viele Anfragen. Die Agentur rechnet für das gesamte Jahr mit einem moderaten Rückgang um fünf bis zehn Prozent zum Rekordjahr 2019 mit 36 Millionen Übernachtungen.

Mit einem zweiten landesweiten Lockdown mit Reisebeschränkungen wie im März und April rechnet Minister Buchholz für den Herbst nicht. Das Land steuere erfolgreich regional gegen aufkommende Infektionen. Achtsam zu bleiben und vorsichtig mit Lockerungen umzugehen, sei der richtige Kurs.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.09.2020 | 15:00 Uhr

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