Stand: 18.02.2019 11:20 Uhr

Testkunden bekommen Windparkstrom im Überfluss

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Überschüssiger Windstrom soll dank Digitaltechnik künftig gezielt regional verbraucht werden.

Das Problem ist bekannt: Im Norden kann mit Wind mehr Strom produziert werden, als die Netze in den Süden transportieren können. Deshalb laufen Großprojekte für den Ausbau der Stromnetze. Die Stadtwerke Norderstedt (Kreis Segeberg) prüfen eine weitere Idee, wie man überschüssige Windenergie nutzen kann: Sie setzen auf digitale Steuerungstechnik und regionalen Verbrauch, denn in der Regel ist überschüssiger Windstrom günstiger.

Eine Grafik zum Thema "Windenergie". © NDR

So will Norderstedt überschüssige Windenergie nutzen

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Die Stadtwerke Norderstedt testen eine Idee, wie man überschüssige Windenergie nutzen könnte: Haushaltsgeräte, die nur starten, wenn viel Wind weht und grüner Strom im Überfluss verfügbar ist.

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Smarte Steckdosen steuern Verbrauch

700 Testkunden der Stadtwerke Norderstedt wurden bereits mit einem Steuergerät, einem sogenannten Basiswürfel, und vier gezielt ansteuerbaren Steckdosen ausgestattet. An diese Steckdosen sind häusliche Großverbraucher wie zum Beispiel Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler angeschlossen. Die Idee, die dahinter steckt: Nur wenn der Wind ordentlich weht und grüner Strom so im Überfluss verfügbar ist, starten die Haushaltsgeräte der Kunden. Windstrom wird somit effektiv genutzt und regional verbraucht, statt ihn über Leitungen nach Süddeutschland zu transportieren und dort zu verteilen.

Kunden sollen Geld sparen

Ob und wie gut das klappt, wollen die Stadtwerke zusammen mit ihren Testkunden in nächster Zeit herausfinden. Ziel ist zunächst, dass die Kunden bis zu 100 Euro im Jahr sparen. Die Norderstedter Idee gehört zum Projekt Norddeutsche Energiewende 4.0, das dafür sorgen soll, dass Schleswig-Holstein und Hamburg bis zum Jahr 2035 ihren Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien bekommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.02.2019 | 08:00 Uhr

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