Sturmtief "Klaus" sorgt für Hunderte Feuerwehreinsätze

Stand: 12.03.2021 09:28 Uhr

Sturmtief "Klaus" hat Polizei und Feuerwehr in Schleswig-Holstein mehr als 300 Einsätze beschert. Am Freitag gingen die Aufräumarbeiten weiter. Vor allem einige Bahnstrecken bereiteten Pendlern noch Probleme.

Tief "Klaus" ist am Donnerstag mit stellenweise mehr als 110 Stundenkilometern über Schleswig-Holstein hinweggezogen, brachte heftige Böen und kräftige Regenschauer mit. Die Telefone in den Leitstellen standen nicht still, die Einsatzkräfte eilten von Einsatz zu Einsatz und waren auch am Freitag noch mit den Auswirkungen des Sturms befasst.

Auf Einschränkungen im Bahnverkehr einstellen

Umgestürzte Bäume stoppten am Donnerstag zeitweise den Bahnverkehr zwischen Elmshorn und Pinneberg sowie Kiel und Rendsburg. Bei Glückstadt (Kreis Steinburg) stand auch am Freitag lang nur ein Gleis zur Verfügung, da die Bahn die Schäden beseitigen musste, die ein umgestürzter Baum angerichtet hatte. Die Züge der Marschbahn endeten daher in Itzehoe. Hinzu kam eine Weichenstörung bei Tornesch (Kreis Pinneberg), die seit Mittwoch besteht und den Zugverkehr zusätzlich einschränkt. Bis in den späten Vormittag hinein fielen auf den Strecken von Westerland, Kiel und Flensburg nach Hamburg einige Züge der Deutschen Bahn aus - Pendler wurden gebeten, die Nordbahn zu nutzen.

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Ein Mann fotografiert hohe Wellen, hervorgerufen durch ein Sturmtief.
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Sturmtief "Klaus" fegt über Schleswig-Holstein hinweg

Im ganzen Land mussten Polizei und Feuerwehr ausrücken. Vor allem umgestürzte Bäume sorgten für Einsätze. 1 Min

Sturm richtet vielerorts Schäden an

In Dithmarschen mussten die Helfer innerhalb von 90 Minuten 15 Mal ausrücken. In Dellstedt fiel ein Ast auf ein fahrendes Auto - die Fahrerin erlitt einen Schock. In Neufeld knickte der Sturm einen Baum um, der wiederum eine Laterne umriss. In Albersdorf flog ein Trampolin aus einem Garten. In Meldorf flogen Ziegel von einem Haus auf parkende Autos.

Aber auch in den anderen Landesteilen kam es zu Dutzenden Einsätzen. In Harrislee (Kreis Schleswig-Flensburg) riss der Sturm ein Werbeschild um. In Uetersen (Kreis Pinneberg) deckten Sturmböen ein ganzes Haus ab. An der Immanuel-Kant-Schule in Neumünster hat der Sturm einen Teil des Daches abgedeckt - deswegen findet dort heute kein Präsenzunterricht statt. Die Schulleitung hofft nun, dass das Dach übers Wochenende gesichert werden kann und dass der Unterricht von Montag an wieder läuft.

Probleme im Autoverkehr

Auch auf Straßen in Schleswig-Holstein gab es durch Sturmtief "Klaus" Beeinträchtigungen. Die Autobahn 23 musste vorübergehend gesperrt werden, weil in Höhe der Anschlussstelle Pinneberg-Nord Äste auf die Fahrbahn fielen. Auf der B77 bei Brinjahe (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hatte ein Autofahrer Glück im Unglück: Während der Fahrt fiel ein Baum auf seine Frontscheibe. Am Auto entstand ein Totalschaden, der Mann selbst wurde nur leicht verletzt.

Es bleibt stürmisch

Auch am Freitag bleibt es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bei windigem Schauerwetter. Am Nachmittag ist vermehrt mit Schauern und kurzen Gewittern zu rechnen. Der DWD erwartet besonders an der Küste Böen von 50 bis 75 Stundenkilometern. Am Wochenende ist erneut mit vielen Wolken und Regen zu rechnen. Es bleibt stürmisch. Am Sonntag soll der Wind gegen Abend nachlassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.03.2021 | 06:00 Uhr

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