Stand: 18.10.2018 14:49 Uhr

Studie: Elbtunnel bei Glückstadt würde sich lohnen

Seit Jahrzehnten wird über einen Elbtunnel westlich von Hamburg bei Glückstadt diskutiert und geplant. Bisher ist nichts passiert, aktuell verbindet eine Fähre den Ort im Kreis Steinburg mit Wischhafen in Niedersachsen. Doch Vertreter des Förderkreises Feste Unterelbequerung fordern von den Landesregierungen in Hamburg und Niedersachsen: Es muss vorangehen. "Man könnte in der Planung noch mehr Druck machen, sie beschleunigen. Die Politik ist nach meiner Auffassung nicht schnell genug", sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Martin Kayenburg des Vereins NDR 1 Welle Nord. Daher haben die Befürworter eine Studie in Auftrag gegeben. Diese zeigt: Ein Tunnel im Zuge des zügigen Weiterbaus der A20 würde sich positiv auf Wirtschaft und Tourismus auswirken.

Hoffnung auf neue Kundenkreise und Absatzgebiete

Für die Studie wurden lokale Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden und Politik auf beiden Seiten der Elbe befragt: 85 Prozent der Befragten halten die A20-Elbquerung demnach für sehr relevant bzw. relevant. Sie erhoffen sich durch die Querung unter der Elbe neue Kundenkreise und Absatzgebiete erschließen zu können und deutliche Vorteile für die Pendler.

Damit die Planungen besser vorankommen, benötige man mehr Geld und mehr Personal, sagt Kayenburg. In Schleswig-Holstein wurde die Planung teilweise auf die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) übertragen. Das sei hilfreich, so Kayenburg. Er rechnet damit, dass es bis Ende 2020 dauern wird, bis eine Planfeststellung mit Baureife entstehen wird. Die Bauzeit, so die Schätzung, würde dann noch mal vier bis fünf Jahre dauern.

Baubeginn in den 90er-Jahren

Die Autobahn wird seit 1992 gebaut, sie führt von Gramzow in Brandenburg über Mecklenburg-Vorpommern nach Bad Segeberg. Geplant ist, dass die A20 weitergebaut wird. Sie soll an Bad Bramstedt vorbeiführen und nahe Glückstadt die Elbe queren. In Niedersachsen wird die Straße dann an Drochtersen, Himmelpforten, Oldendorf, Hipstedt, Stotel und Jaderberg vorbeiführen. In Westerstede soll sie dann an die Autobahn 28 angeschlossen werden. Insgesamt soll die Autobahn 541 Kilometer lang werden.

Weitere Informationen

IHK zu A20: "Versagen aller Landesregierungen"

Laut den Planern wird sich beim A20-Ausbau bis 2020 nicht viel tun. Die IHK ist genervt und wirft allen an der Planung beteiligten Landesregierungen Versagen vor. (05.08.18) mehr

Land gibt Planung der A 20 ab

Der Bau sorgt schon lange für Streit: Nun gibt das Land die Planung für die A 20 ab. Die Verantwortung liegt jetzt bei einer gemeinsamen Projektgesellschaft von Bund und Ländern. (19.12.17) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.10.2018 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

02:47
Schleswig-Holstein Magazin

A7-Ausbau steht vor dem Abschluss

13.11.2018 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
02:31
Schleswig-Holstein Magazin

Informationsbesuch an der Schleusenbaustelle

13.11.2018 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
02:34
Schleswig-Holstein Magazin

Immobilienatlas: Preise steigen weiter

13.11.2018 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin