Stand: 21.04.2017 08:05 Uhr

Streit um teure Kriegsschiffe

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Wie teuer ist ein Kriegsschiff? Die Werften TKMS in Kiel und Lürssen in Bremen haben offenbar zu hohe Forderungen.

Um den Bau von fünf neuen Korvetten ist ein Streit zwischen den Werften und dem Verteidigungsministerium entbrannt. Das berichtet das "Handelsblatt". Für die Kriegsschiffe hatte das Verteidigungsministerium mit einem Preis von etwa 1,5 Milliarden Euro gerechnet. Diese Summe wurde in den Haushalt eingestellt. Die beiden Werften Lürssen (Bremen) und ThyssenKrupp Marine Systems (Kiel) haben dagegen ein Angebot von 2,9 Milliarden Euro eingereicht.

Werften müssen neu kalkulieren

TKMS begründet die gestiegenen Kosten damit, dass der Auftrag umfangreicher geworden sei. Dazu gehörten der Bau von zwei Ausbildungseinrichtungen an Land für die Schulung der Soldaten. Zudem verlange das Ministerium einige teure Aufrüstungen, etwa in der Schiffselektronik. Die Werften sollen nun erneut kalkulieren. Die Schiffe sollten eigentlich noch vor der Bundestagswahl bestellt werden. Korvetten sind kleiner und wendiger als Fregatten und vor allem für den Einsatz in sogenannten Randmeeren und Küstengewässern geeignet - also etwa in der Ostsee. Die Marine verfügt bereits über fünf Korvetten des Typs K 130. Auch bei ihnen sollen modernere und leistungsfähigere Systeme und Sensoren eingebaut werden.

Auftragsvergabe sorgte bereits für Ärger

Im vergangenen Jahr gab es bereits Ärger um die Auftragsvergabe. Denn der Auftrag wurde nicht ausgeschrieben, sondern direkt an die beiden Werften vergeben. Dabei hatte auch die Kieler Werft German Naval Yards Interesse. Kritik an der Art der Vergabe gab es damals auch von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Zum jetzigen Streit hieß es aus dem Verteidigungsministerium am Donnerstag lediglich, man äußere sich nicht zu laufenden Vertragsverhandlungen.

Weitere Informationen

Kieler Werft erwartet Milliarden-Auftrag

Das norwegische Verteidigungsministerium will vier U-Boote bei Thyssen Krupp Marine Systems bestellen. Die Verträge sollen 2019 unterzeichnet werden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.04.2017 | 06:00 Uhr

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