Ein Storch sitzt in seinem Nest. © NDR/Danfoto Foto: Daniel Friederichs

Störche: Viele Brutpaare, aber wenig Jungtiere

Stand: 15.08.2021 13:49 Uhr

Die Brutbilanz der Störche 2021 in Schleswig-Holstein fällt nach Einschätzung der Storchenbetreuer und des NABU eher schlecht aus. Zwar stieg die Zahl der Brutpaare, es überlebten aber verhältnismäßig wenig Jungtiere.

Das feuchte Frühjahr hat der Storchenbrut mancherorts zugesetzt. "Im Rekordjahr 2019 konnten fast 660 Jungstörche groß gezogen werden. In diesem Jahr sind es lediglich rund 500", sagte Kay Thomsen vom Naturschutzbund (NABU) in Bergenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg). Dabei gab es landesweit etwa zehn Prozent mehr Brutpaare.

Schlechtes Wetter und wenig Mäuse

Schon im Frühjahr herrschten schlechte Bedingungen für die Küken. Es war kalt und nass und da junge Störche in der ersten Lebensphase noch nicht aufstehen können, liegen sie bei Regen in der Nässe, erfrieren oder gehen an einer Lungenentzündung zu Grunde, so Thomsen. Wegen der feuchten Witterung im Frühjahr verzeichnete der Naturschutzbund besonders viele tote Jungvögel. "Das ist schon etwas ungewöhnlich, dass sie nach drei bis vier Wochen verhungern", meinte Thomsen.

Später im Frühjahr kam dann die große Hitze. Die Küken brauchen dann regelmäßig Wasser - wenn das ausbleibt, droht der Hitzetod. Das größte Problem war aber offenbar die fehlende Nahrung. "Zum einen ist die Dichte an Feldmäusen sehr gering gewesen, zum anderen hatten wir ja ein sehr kaltes Frühjahr, wo insgesamt die Entwicklung der Beutetiere beeinträchtigt worden ist", bilanzierte Thomsen. Mäuse sind die Hauptbeute der Störche neben Regenwürmern.

Bereit für die Reise

Fliegender Storch © dpa Foto: A3576 Maurizio Gambarini
Der Weißstorch macht sich im August/September auf den Weg in wärmere Gefilde.

Die Jungstörche, die es geschafft haben, versammeln sich bereits zu kleineren Gruppen auf den Feldern, um demnächst Richtung Süden aufzubrechen. Da Störche als horsttreu gelten, kann man davon ausgehen, dass sie im kommenden Jahr wiederkommen werden.

Die Veränderung auf der westlichen Route mit dem Ziel Spanien statt Afrika habe der Population gut getan, so Thomsen. Die Vögel finden auf spanischen Müllkippen und Reisfeldern genug Nahrung, sie suchen sich Schlafplätze in der Umgebung. "Seit Jahren fliegt ein Großteil auf der Zugroute Südwesten nur noch 2.000 Kilometer statt manchmal 6.000, dadurch ist die Sterblichkeitsrate extrem gesunken", erklärte Thomsen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.08.2021 | 09:00 Uhr

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