Sparkassen Holstein und Südholstein starten Fusionsgespräche

Stand: 15.06.2021 14:21 Uhr

Aus den beiden Sparkassen Holstein und Südholstein könnte bald eines der größten Finanzhäuser Norddeutschlands werden: Am Dienstag haben beide Unternehmen bekannt gegeben, dass sie mit Fusionsverhandlungen beginnen.

Zusammen hätten die Sparkassen mit Hauptsitzen in Neumünster, Bad Oldesloe und Eutin fast 500.000 Kunden, etwa 1.900 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von 13,39 Milliarden Euro - das wäre die größte Sparkasse Schleswig-Holsteins. Doch auch wenn die Gremien grundsätzlich ihr Okay gegeben haben: Ganz beschlossen ist die Fusion noch nicht. Jetzt folgen detaillierte Fusionsverhandlungen. Spätestens in einem Jahr soll dann endgültig entschieden werden, ob die beiden Sparkassen zusammengehen. Das könnte laut den beiden Häusern bis Juni 2023 geschehen. Zwei Bedingungen gibt es allerdings: Es soll keinen Stellenabbau geben und bis 2025 sollen alle Filialen erhalten bleiben.

"Das ist kein Mitarbeiter-Abbauprojekt"

"Es liegt natürlich auf der Hand, dass beide Häuser Themen haben, die gibt es hinterher nur in einem Haus", sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Holstein, Thomas Piehl. Er versprach: "Das ist kein Mitarbeiter-Abbauprojekt. Also gerade für die nächste Zeit brauchen wir sie alle."

Die Sparkasse Südholstein war vor gut zehn Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten, nach dem Zusammenschluss der Kreissparkassen Segeberg und Pinneberg. In den vergangenen Jahren habe man sich aber so gut saniert, dass man sich zu einer der stärksten Banken im Land entwickelt habe, erklärte der Vorstandsvorsitzende Andreas Fohrmann.

Träger der Sparkassen sind vier Kreise und zwei Städte

Träger der beiden Sparkassen sind die Zweckverbände Holstein, an dem die Kreise Ostholstein und Stormarn beteiligt sind, und Südholstein (Kreise Pinneberg und Segeberg sowie die Städte Uetersen und Neumünster). Wenn die beiden Häuser tatsächlich zusammengehen, entsteht eine Sparkasse, zu deren Gebiet sowohl Helgoland als auch Fehmarn gehören. Segebergs Landrat Jan Peter Schröder (parteilos) sieht in der geplanten Fusion eine Maßnahme zur Stärkung der regionalen Wirtschaft. Stormarns Landrat Henning Görtz (CDU) sprach von einem attraktiven Geschäftsgebiet mitten in der Metropolregion Hamburg. Auch Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) begrüßt die Pläne.

Aktuell gibt es in Schleswig-Holstein elf Sparkassen - acht sind als öffentlich-rechtliche Einrichtungen organisiert, drei als Aktiengesellschaft. Ende letzten Jahres platzten die Fusionsverhandlungen zwischen der Förde Sparkasse und der Sparkasse Mittelholstein nach drei Monaten Verhandlungen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.06.2021 | 14:00 Uhr

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