Stand: 04.12.2018 19:57 Uhr

Sig-Sauer -Mitarbeiter müssen in Kiel vor Gericht

Am Landgericht Kiel soll Ende Februar der Prozess um illegale Pistolenlieferungen nach Kolumbien beginnen. Das Landgericht Kiel hat die Anklage gegen drei Verantwortliche des Waffenherstellers Sig Sauer mit Stammsitz in Eckernförde zugelassen. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft fünf Verantwortliche angeklagt. Gegen zwei von ihnen wurde das Verfahren aber abgetrennt, das Gericht ließ die Anklage in diesen Fällen nicht zu. Die Hauptverhandlung soll nach Angaben des Gerichts voraussichtlich am 26. Februar 2019 beginnen.

Waffen über die USA nach Kolumbien verkauft?

Konkret dreht sich der Prozess um Lieferungen von insgesamt 47.000 Pistolen vom Typ SP 2022 in die USA, von denen danach mehr als 38.000 nach Kolumbien weiter verkauft worden sein sollen. Laut Gericht geht es um Fälle zwischen April 2009 und April 2011. Man gehe von unerlaubter Ausfuhr von Gütern in 99 Fällen aus. Die Lieferungen in die USA seien zwar genehmigt gewesen - der Weiterverkauf nach Kolumbien aber nicht. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hatte die Ausfuhr in das südamerikanische Land sogar ausdrücklich ausgeschlossen. Sollten die Angeklagten verurteilt werden, müssen sie mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen rechnen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.12.2018 | 20:00 Uhr

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