Stand: 23.01.2020 11:47 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Friedrichskoog: Trischenbake zu verschenken

Lust auf eine Aussichtsplattform für den Garten? Kein Problem, wenn der Garten denn groß genug ist. Die Seehundstation Friedrichskoog verschenkt aktuell ihren Aussichtsturm: die Busch-Sand-Bake, besser bekannt als Trischenbake. 46 Jahre war sie Seezeichen und Rettungsbake auf der Vogelinsel Trischen vor der Meldorfer Bucht. 2001 zog sie in die Seehundstation Friedrichskoog. Auf der Aussichtsplattform in 17 Metern Höhe gab es einen Ausblick über die Marschenlandschaft und das Wattenmeer. Das ist nun Geschichte. Die Bake muss wieder umziehen: wegen Renovierungs- und Umbaumaßnahmen an der Seehundstation.

So sieht die Trischenbake aus

Trischenbake gehörte 20 Jahre zum Bild der Seehundstation

In den sozialen Netzwerken sind Gäste und Einheimische traurig und empört. Das kann die Leiterin der Seehundstation, Tanja Rosenberger, verstehen: "Der Plan der Gemeinde war ursprünglich, die Bake in das Hafenkonzept zu integrieren. Im Dezember wurde dieser Beschluss aber zurückgezogen." Das sei schon emotional, denn schließlich habe die Bake fast 20 Jahre lang zu dem Bild der Seehundstation gehört. "Aber der Betrieb des Aussichtsturms ist für uns auf Dauer einfach nicht wuppbar."

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Schleswig-Holstein Magazin

Seehundstation verschenkt Trischenbake

Schleswig-Holstein Magazin

Die Seehundstation Friedrichskoog verschenkt ihren Aussichtsturm an Selbstabholer: die Busch-Sand-Bake, besser bekannt als Trischenbake. Problematisch: Die Bake ist bis zur Spitze 22 Meter hoch. Video (01:56 min)

Abbau und Transport müssen selbst organisiert werden

Das kleine Problem an der Verschenkaktion: die Bake ist bis zur Spitze 22 Meter hoch. Zusätzlich geht sie 17 Meter in den Boden. Der Abbau und der Umzug müsste auf eigene Kosten geschehen, die Seehundstation könnte aber Kontakte zu Fachfirmen herstellen. Tatsächlich gibt es viele Reaktionen auf die Aktion. "Wir haben viele Scherz-Anfragen bekommen. Aber bei zwei Anfragen glauben wir wirklich, dass dort real geprüft wird, ob es umsetzbar ist", sagt Tanja Rosenberger. Das Problem sei, dass ja nicht nur der Abbau und der Transport organisiert werden müsse, sondern dass es auch eine Genehmigung und einen geeigneten Platz geben müsse.

Die Leiterin der Seehundstation kann sich verschiedene Nutzungsmöglichkeiten vorstellen: für Veranstaltungen, für die Gastronomie oder einfach nur als "Hingucker". Bis Ende Januar können sich Interessenten noch melden. "Danach müssten wir uns um den Abriss kümmern", sagt Tanja Rosenberger wehmütig.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 23.01.2020 | 19:30 Uhr

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