Stand: 25.04.2019 19:12 Uhr

Schleswig: Dom-Sanierung kostet deutlich mehr

Die Sanierung des Schleswiger Doms wird teurer als geplant. Das hat Bischof Gothart Magaard am Donnerstag angekündigt. Er rechnet nun mit Gesamtkosten von 20,5 Millionen Euro. Bislang war nur von 17,3 Millionen Euro die Rede. Laut Magaard sind durch die Baukonjunktur die Preise gestiegen. Außerdem sei der Umfang der Renovierung doch größer als gedacht, sagte der Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Nordkirche. Vor allem Feuchtigkeit setzt der Stadtkirche aus dem 19. Jahrhundert zu.

125 Jahre alte Fenster sind teilweise brüchig

Nicht nur das Mauerwerk muss in Teilen erneuert werden, sondern auch die insgesamt 33 Fenster. Diese haben teilweise kleine Risse in den Glasfeldern. Auch Farbunterschiede zeigen sich im Sonnenlicht. Die sind bei der letzten Restauration in den 80er-Jahren entstanden, als hinter einigen Elementen ein zweites Glas geklebt wurde. Diese Fehler müssen die Restauratoren jetzt reparieren.

Um die 125 Jahre alten Fenster des Doms besser gegen die Witterung zu schützen, verwenden die Experten anstatt eines Klebers nun Kupferdrähte und Zink. Im Herbst 2021 soll die Sanierung des Wahrzeichens der Stadt abgeschlossen sein. Die Kosten für das umfassende Projekt teilen sich Bund, Land, Kirche und Stadt. Die nun bekannt gewordenen Mehrkosten von etwa 3,2 Millionen Euro übernimmt die Kirche.

Juni 2018: Schleswiger Dom wird eingerüstet

Der Turm bröckelt seit seiner Fertigstellung 1894

Mehrere Generationen haben etwa 700 Jahre am Schleswiger Dom gebaut. Der Turm wurde erst 1894 fertig und schon kurz danach traten erste Schäden auf, was an den verwendeten Baumaterialien lag. Der Turm wurde nach dem Zweiten Weltkrieg grundsaniert. Erst später stellte sich heraus, dass die Ziegel nicht frostsicher sind und auch der verwendete Mörtel für den Turmbau und das schleswig-holsteinische Wetter nicht geeignet war. Die Feuchtigkeit hat seitdem den Bau mürbe gemacht. Immer wieder wurde geflickt, erst im Jahr 2000 aufwendig das Dach abgedichtet. Aufhalten konnte das alles den Verfall nicht.

Weitere Informationen

Der Schleswiger Dom und das hängende Gerüst

Tonnenschwere Stahlträger durchbohren den Schleswiger Dom. Der Grund: Weil sie über dem Schiff des Gebäudes kein Gerüst aufbauen können, hängen die Arbeiter das einfach direkt an den Turm. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 25.04.2019 | 19:30 Uhr

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