Schlaganfall? Kein Gegner für Frau aus Ratekau

Stand: 14.11.2020 12:44 Uhr

Ein Schlaganfall trifft nicht nur ältere Menschen. Andrea Eißner aus Ratekau (Ostholstein) ist 25 Jahre alt, als die Diagnose erhält und halbseitig gelähmt ist.

Vor 16 Jahren saß Andrea Eißner auf dem Sofa und frühstückte. Damals war sie gerade einmal 25 Jahre alt. Plötzlich kippte sie vom Sofa - und kam ins Krankenhaus. Die Diagnose: Schlaganfall. Die gerade noch sportliche junge Frau ist halbseitig gelähmt. Ein Schock, auch für ihre Eltern, erzählt Mutter Brigitte Eißer: "Ich sehe sie noch auf der Intensivstation, da hieß es, dass eventuell das Gehirn aufgemacht werden muss, weil der Druck zu groß war. Aber das haben sie Gott sei Dank in den Griff bekommen."

"Ich bin kein Marienkäfer"

Für Andrea Eißer war schnell klar, dass sie kämpfen wird. Sie denkt besonders an eine Situation: "Ich bin von der Krankenhaus-Toilette gefallen und lag dann unter dem Waschbecken. Da stand der Entschluss fest: du bist kein Marienkäfer, der auf dem Rücken liegen muss, sondern das schaffst du selbst!" Seitdem geht Andrea Eißer regelmäßig zur Ergotherapie, um wieder beweglicher zu werden. Ihre Therapeutin Christin Bollow ist mit dem Ehrgeiz ihrer Patientin sehr zufrieden: "Die Eigenmotivation ist ganz wichtig. Je positiver ein Mensch seinem Krankheitsbild gegenüber eingestellt ist, desto besser ist der Behandlungserfolg."

Schon kurz nach dem Schlaganfall hat Andrea Eißer bei jeder Gelegenheit das Gehen geübt, kommt schon nach sechs Wochen ohne Rollstuhl aus. "Neben Familie und Freunden hat auch mein Hund einen wichtigen Stellenwert. Nur durch Ayla habe ich das Laufen wieder hinbekommen."

Das Motto: "Niemals aufgeben!"

Heute ist sie zwar offiziell berufsunfähig, arbeitet aber trotzdem in zwei Teilzeit-Jobs. Außerdem leitet sie eine Selbsthilfegruppe für Schlaganfallpatienten in Lübeck. Gerade war sie für den Motivationspreis der Stiftung "Deutsche Schlaganfallhilfe" nominiert. "Man muss daran glauben, dass es immer noch Besserung gibt", empfiehlt Andrea Eißer. "Immer laufen, laufen, laufen. Auch wenn es nur kleine Wege sind. Im Haus die Treppe rauf und runter ist ein großes Training bei mir." Vor allem aber sagt sie: "Niemals aufgeben!"

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 14.11.2020 | 19:30 Uhr

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