Stand: 29.12.2017 18:06 Uhr

Salmonellen in Tierfutter aus SH entdeckt

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In einem Tierfuttermittel aus Dänemark sind Salmonellen nachgewiesen worden.

In einem Lager in Dänemark haben Mitarbeiter der dänischen Veterinär- und Lebensmittelbehörde Salmonellen in Tierfutter entdeckt. Teile dieser Ware stammen von einer Ölmühle in Schleswig-Holstein. Es geht um sogenannten Rapskuchen, aus dem seit Ende Oktober Pellets und mehlförmiges Mischfutter hergestellt wurden. Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums werden die Pellets beim Verarbeiten erhitzt. Das töte die Salmonellen ab, so eine Sprecherin. Problematischer sei das Mischfutter. Dieses wurde nach ersten Erkenntnissen des Ministeriums an insgesamt 24 Betriebe in Schleswig-Holstein geliefert - und inzwischen vom Markt genommen. Pellets gingen an 1.010 Rinder- und 136 Schweinehaltungen - unter anderem in Dänemark. Auch hier wurden laut Ministerium vorsorglich Salmonellen-Untersuchungen eingeleitet.

Rohmilch-Anbieter werden informiert

Salmonellen können bei Menschen und Tieren schwere Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts hervorrufen. Eine Gefahr für Verbraucher besteht und bestand nach einer ersten Einschätzung des Landwirtschaftsministeriums jedoch nicht - weil die belieferten Betriebe in Schleswig-Holstein offenbar hauptsächlich Produkte herstellen, die in der Weiterverarbeitung erhitzt werden, beispielsweise Fleisch. Die Salmonellen werden also zerstört. Das gilt laut Ministerium auch für Produkte wie Salami, Teewurst oder Käse. In diesen Fällen würden die Salzungs- bzw. Reifungsprozesse die Salmonellen zerstören. Das Verbraucherschutzministerium forderte zudem die Lebensmittelüberwachungsbehörden auf, Tierhalter, die Rohmilch im Direktverkauf anbieten, über die notwendige Erhitzung der Milch zu informieren.

Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet

In Dänemark war die positive Salmonellen-Probe laut Landwirtschaftsministerium bereits seit Ende Oktober bekannt. "Es gilt in den kommenden Tagen aufzuklären, warum seit der positiven Probe knapp zwei Monate vergangen sind, bevor eine amtliche Warnung über das europäische Schnellwarnsystem für den Lebens- und Futtermittelbereich durch die dänischen Behörden erfolgte", sagte die Ministeriumssprecherin. Als die Warnung vor einer Woche in Kiel einging, habe die amtliche Futtermittelüberwachung in Schleswig-Holstein weitere Nachforschungen vorgenommen, so die Sprecherin. Dabei fanden die Kontrolleure heraus: Die Ölmühle hatte bereits Ende Oktober bei Eigenkontrollen Salmonellen in dem Rapskuchen gefunden - diesen Fund aber nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, gemeldet. Die Staatsanwaltschaft sei informiert, so die Sprecherin.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.12.2017 | 17:00 Uhr

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