Stand: 18.03.2019 20:41 Uhr

Rocker-Affäre: Zeuge kritisiert Ex-Ermittler

Sachbearbeiter und Ermittler haben bereits ausgesagt, und auch leitende Beamte der Polizei haben im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur sogenannten Rocker-Affäre ihre Sicht der Dinge geschildert. Am Montag haben die Ausschuss-Mitglieder nun einen Vertreter der Kieler Staatsanwaltschaft befragt. Die Abgeordneten wollen mögliche Fehler und Missstände innerhalb der Polizei im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Rockerkriminalität in früheren Jahren aufklären. Sie gehen Vorwürfen der Aktenmanipulation, der Unterdrückung von Beweismitteln, Druck "von oben" und Mobbing nach. Der Oberstaatsanwalt hatte einst direkt mit den beiden Beamten zu tun, die später die Vorwürfe erhoben.

Zeuge: "Man hat kaum Luft holen können"

Der Oberstaatsanwalt ging als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss auf die Ermittlungen zum sogenannten Subway-Verfahren ein, bei dem es um eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Rockern im Jahr 2010 in Neumünster ging. Der Zeuge war zu der Zeit Leiter eines Sonderdezernats zur Rockerkriminalität und berichtete, dass dieser Fall damals eigentlich nur einer von vielen war. Es habe eine große Arbeitsbelastung gegeben. "Man hat kaum Luft holen können", sagte er wörtlich.

Vorwurf an Ex-Ermittler: "Mangelnde Präzision"

Über einen der beiden Ermittler, die später die Vorwürfe erhoben, sagte der Oberstaatsanwalt, er habe nicht zu den leistungsstärkeren Beamten gehört. Er sagte dem Mann "mangelnde Präzision" nach. Insgesamt hätten die Mitglieder der Soko "Rocker" aber höchst professionell gearbeitet, so der Zeuge. Und wenn auch nicht alles fehlerfrei lief, sei auf keinen Fall bewusst gegen Normen verstoßen worden.

An Gespräch im LKA will sich der Zeuge nicht erinnern können

Nicht mehr erinnern konnte sich der Zeuge an ein Gespräch beim LKA, in dem er laut einem Vermerk die Ablösung der beiden Ermittler kritisiert haben soll. Er sagte dem Ausschuss, er habe lediglich den Zeitpunkt der Versetzung kritisiert - mitten in einem Ermittlungsverfahren. Möglicherweise sei er falsch verstanden worden, so der Oberstaatsanwalt. Nicht alle Abgeordneten glaubten ihm das.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.03.2019 | 22:00 Uhr

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