Im Auktionshaus Heinrich Köhler wird ein Viererblock einer 1 Schilling-Wappenausgabe in blau von 1850 auf kleinem Briefkuvert gezeigt.  Foto: Arne Dedert

Rebellenmarken für 90.000 Euro versteigert

Stand: 25.04.2021 13:39 Uhr

In Wiesbaden sind am Sonnabend zwei extrem seltene Briefmarken aus Schleswig-Holstein unter den Auktionshammer gekommen, die sogenannten Rebellenmarken.

Sie waren einen und zwei Schilling wert, als sie 1850 auf den Markt kamen. Und sind am Sonnabend für 90.000 Euro unter den Hammer gekommen. Die Rebellenmarken gehören zu den exklusivsten Marken des 19. Jahrhunderts. Sie klebten auf einem Brief, der am 1. Mai 1851 am Postamt im Kieler Hauptbahnhof aufgegeben wurde. Die Rebellenmarken gab es nur für eine kurze Zeit. Nach dem 1. Dänischen Krieg 1848/49 war Schleswig-Holstein unabhängig vom Dänischen Reich, von 1850 an gaben Freiheitskämpfer die sogenannten Rebellenmarken aus.

Zeichen für Herzogtümer Schleswig und Holstein

Die Marken - auch "Postschillinge" genannt - sind damit ein Postwertzeichen der Unabhängigkeit oder des Aufstandes der Schleswiger und Holsteiner gewesen - je nach Sichtweise. Aus der Sicht Dänemarks standen die Marken für Aufstand und Rebellion.

Das Startgebot für die Rebellenmarken lag laut dem Auktionshaus Heinrich Köhler bei 40.000 Euro. Aufgrund ihrer besonderen Geschichte gehörten die Stücke zu den exklusivsten klassischen deutschen Markenausgaben des 19. Jahrhunderts.

Erste Auktion seit einem halben Jahrhundert

Im Auktionshaus Heinrich Köhler wird ein Viererblock einer 1 Schilling-Wappenausgabe in blau von 1850 auf kleinem Briefkuvert gezeigt.  Foto: Arne Dedert
Dänemark beendete den Verkauf der Marken 1851 nach kurzer Zeit wieder.

Kurz nachdem der Brief 1851 verschickt wurde, fiel Schleswig-Holstein wieder an Dänemark. Die Marken wurden ungültig. Die Dänen beendeten den Verkauf der Marken mit dem Schleswig-Holsteinischen Wappen im März 1851. Laut dem Auktionshaus in Wiesbaden waren solche Rebellenmarken seit mehr als 50 Jahren nicht mehr auf dem Markt. Deswegen seien diese Marken so attraktiv für Sammler.

Marken sind Teil der Tengelmann-Sammlung

Die Marken sind Teil der fünften Briefmarken-Versteigerung der Sammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub. Der legendäre Baden-Fehldruck - der Höhepunkt der ersten Versteigerung - wurde für 1,26 Millionen Euro ersteigert. Ein Brief mit Lübecks erster Briefmarke wechselte im November 2020 für 430.000 Euro den Besitzer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.04.2021 | 18:00 Uhr

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