Stand: 13.06.2018 14:17 Uhr

Razzia: Bande soll Scheinehen vermittelt haben

Großrazzia gegen die Vermittlung von Scheinehen: 170 Beamte der Bundespolizei sowie aus Dänemark haben am Mittwoch in beiden Ländern Wohnungen durchsucht, unter anderem auch auf der Nordseeinsel Sylt. Der Verdacht richtet sich gegen fünf Personen. Rund 1.000 Menschen aus Asien sollen mit Hilfe einer Scheinehe ein Aufenthaltsrecht in Deutschland illegal erworben haben. Die Ehen wurden größtenteils auf der dänischen Insel Ærø geschlossen.

Duchsuchungen in Norddeutschland

Mit einem Hubschrauber landeten zehn Ermittler am Mittwochmorgen auf Sylt, um dann eine Wohnung in Kampen zu durchsuchen. Der Zugriff sollte an mehreren Orten zeitgleich und überraschend erfolgen. In Hamburg waren sechs Wohnungen und ein Geschäftsraum betroffen. Auch in Bremerhaven gab es eine Durchsuchung. Ziel sei es gewesen, Beweismaterial sicherzustellen, teilte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion in Hannover mit. In Dänemark wurde ein 73-jähriger Deutscher festgenommen. Insgesamt fünf deutsche Staatsbürger - vier davon mit Migrationshintergrund - gelten als tatverdächtig.

Ostasiaten sollten so ein Aufenthaltsrecht bekommen

Nach Angaben der Bundespolizei warb die Bande zunächst Menschen im EU-Ausland, unter anderem in Rumänien an, die sich dann legal einen Wohnsitz in Deutschland suchten. Diese heirateten dann zum Schein Personen aus Ostasien. Zur Trauung fuhren die vermeintlichen Paare meist nach Dänemark, insbesondere auf die kleine Insel Ærø, aber auch in die USA. In beiden Ländern gelten die Formalien bei Trauungen für Ausländer als besonders unbürokratisch. Ziel war, dass die Ostasiaten ein Aufenthaltsrecht in Deutschland bekommen. Die Ermittlungen laufen bereits seit zwei Jahren und wurden von Europol unterstützt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.06.2018 | 15:00 Uhr

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