Stand: 12.09.2019 14:44 Uhr

Rauchverbot im Auto? "Staat muss Grundrechte schützen"

Experten gehen davon aus, dass bundesweit jährlich mehr als 3.300 Menschen an den Folgen von Passivrauchen sterben. Im Auto ist die Schadstoffkonzentration durch den begrenzten Raum demnach sogar noch um ein Vielfaches höher als in größeren Räumen. Schleswig-Holstein will zusammen mit Nordrhein-Westfalen eine Bundesratsinitiative einbringen, um Kinder und Schwangere vor Zigarettenrauch in Fahrzeugen zu schützen - verbunden mit Geldbußen von bis zu 3.000 Euro bei Verstößen. Doch: Hat nicht jeder das Recht, in seinem privaten Raum zu entscheiden, was gemacht werden darf und was nicht? Und: Schafft die Polizei das?

Eine Frau sitzt im Auto in hält eine Zigarette in die Luft. © imago Foto: imago/imagebroker

SH will Kinder vor Rauch im Auto schützen

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Wenn Schwangere oder Kinder im Auto sitzen, könnte das Rauchen im Wagen bald verboten sein. Wer gegen das Verbot verstößt, müsste nach dem Willen mehrerer Bundesländer eine Geldstrafe zahlen.

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Jurist: Gesundheit von Kindern und Schwangeren geht vor

"Die Selbstbestimmung des Fahrers ist ein wichtiges Grundrecht", sagt der Kieler Verfassungsrechtler Florian Becker. Trotzdem habe der Staat die Pflicht, andere Grundrechte zu schützen - wie in diesem Fall die Gesundheit von Kindern und Schwangeren, so Becker. "Damit kann eine solche Regelung durchaus auch gerechtfertigt werden", sagt der Jurist. Der Verfassungsrechtler hätte daher keine juristischen Bedenken bei einem Verbot.

Gewerkschaft der Polizei: Flächendeckende Kontrolle ist schwierig

Sven Neumann, stellvertretender Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), hat Bedenken, wie Verstöße gegen ein solches Verbot in der Praxis kontrolliert werden sollen. Eine flächendeckende Kontrolle durch die Polizei ist aus Sicht der GdP schwierig. "Das Delikt, das da kontrolliert werden muss, ist sehr individuell. Da muss man ganz genau hinsehen", sagt Neumann.

Außerdem fehle es an Personal. "Wenn man feststellt, dass es hier Missstände gibt - und die sind ja durchaus zu erkennen - dann muss gehandelt werden. Aber dann muss die Politik natürlich auch sagen, wie wir das bewerkstelligen sollen", fordert Neumann.

Eine Hand hält eine Zigarette aus einem Autofenster raus.

Kinder im Auto: Land fordert Rauchverbot

Hallo Niedersachsen -

Niedersachsen fordert ein Rauchverbot im Auto, wenn Minderjährige oder Schwangere mitfahren. Bei Verstößen sollen Strafen bis zu 3.000 Euro drohen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.09.2019 | 12:00 Uhr

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