Radschnellweg Pinneberg: Besorgte Anwohner erschweren Planung

Stand: 20.05.2021 19:25 Uhr

Weil jeder Ort an der Strecke des geplanten Radschnellwegs im Kreis Pinneberg mitplanen darf, geht es mit dem Projekt seit Jahren nicht voran.

Von Elmshorn über Tornesch und Halstenbek (Kreis Pinneberg) bis nach Hamburg soll er führen, der Radschnellweg oder Radboulevard, wie Projektleiter Hartmut Teichmann ihn gerne nennt. Doch seit Jahren geht es nicht richtig voran mit der Planung. Denn es gibt viele Gegner und Kritiker. Auch einen konkreten Streckenverlauf gibt es noch nicht. Das Problem: Jeder einzelne Ort an der Strecke darf mitplanen. Einige Anwohner fürchten Lärm und rasende Radler, andere möchten keinen so breiten Weg.

Kaum Ampeln, breiter Weg

Vier Meter soll die Trasse mindestens breit sein. Mit Schutzstreifen und Gehweg sind es 6,50 Meter. Die Breite soll gewährleisten, dass sich Radfahrer gefahrlos überholen können. Außerdem soll es kaum Ampeln und Kreuzungen auf dem Weg geben. Die Strecke im Kreis Pinneberg soll Teil des Radschnellnetzes der Metropolregion Hamburg sein. Auf insgesamt 300 Kilometern sollen die Radschnellwege in alle Himmelsrichtungen aus und in die Metropolregion führen, eine Alternative für die 300.000 Pendler sein "und damit die Mobilitätswende unterstützen", so die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende Hamburg bei der Vorstellung erster Ergebnisse der Machbarkeitsstudie am Donnerstag. Die Zielpunkte der sieben auf Hamburg zulaufenden Radschnellwege liegen in Bad Bramstedt, Ahrensburg, Geesthacht, Elmshorn, Lüneburg, Stade und perspektivisch Tostedt in Niedersachsen.

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Finanzierung steht noch nicht

"Es wäre meine Maxime, einfach mal zu machen. Aber wir kommen an den Rahmenbedingungen nicht vorbei", sagt Teichmann. Eine Machbarkeitsstudie wird demnächst eine Vorzugsstrecke vorgeben. Anschließend folgen Bauleitverfahren mit jeder einzelnen Kommune. Und die Finanzierung des 65 Millionen Projektes steht auch noch nicht.

Die Ziele von Projektleiter Hartmut Teichmann sind kleiner geworden: Im Moment will er wenigstens ein Teilstück bei Halstenbek (Kreis Pinneberg) in vier Jahren schaffen. Und er hofft, dass ihm keine Klage gegen das Projekt einen Strich durch die Rechnung macht.

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Schleswig-Holstein Magazin | 20.05.2021 | 19:30 Uhr

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