Stand: 06.12.2019 20:29 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Pyrotechnik-Abbrennen könnte Straftat werden

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Die Innenminister der Länder denken über härtere Strafen für das Abbrennen von Feuerwerk in Stadien nach.

Das Abbrennen von Pyrotechnik in Fußballstadien ist verboten. Dennoch werden in den Stadien der Fußball-Bundesliga immer wieder bengalische Fackeln gezündet - zum Ärger zahlreicher Fans. Die Innenminister von Bund und Ländern wollen im Kampf gegen den Einsatz von Pyrotechnik in den Stadien nun offenbar entschiedener vorgehen.

Da vom Abbrennen sogenannter Bengalos in den Stadien eine hohe Gefährdung von Unbeteiligten ausgehe, werde erwogen, dies durch eine Anpassung des Sprengstoffgesetzes unter Strafe zu stellen, hieß es bei der Konferenz der Minister in Lübeck. "Fußball ist ein Fest und es soll gefeiert werden. Wer das nicht begreift, muss die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Per Gesetz ist der Erwerb und das Mitführen von grundsätzlich zugelassener Pyrotechnik aktuell legal, das Abbrennen in der Öffentlichkeit stellt aber bereits heute eine Ordnungswidrigkeit dar - auch wenn keine Personen gefährdet werden.

Fahrverbote als eine mögliche Strafe?

Eine mögliche Strafe für das Abbrennen von Feuerwerksmaterial in Stadien könnte dann der vorübergehende Führerscheinentzug sein. Diese Idee brachten die Innenminister aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, Thomas Strobl und Herbert Reul (beide CDU), ins Gespräch. "Strafen müssen weh tun, und manchen Möchtegern-Rambo aus dem Fanblock schmerzen ein paar Wochen Fahrverbot sicher mehr als ein paar Euro Geldstrafe", hatte Reul gesagt.

Amateur-Schiedsrichter sollen besser geschützt werden

Die Minister wollen auch gegen Angriffe auf Schiedsrichter im Amateurfußball vorgehen. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) berichtete von Spielen, "wo wir mehr Polizisten hinschicken müssen als Zuschauer". Zunächst müsse aber eine gemeinsame Analyse der Situation durch die Länder erfolgen. "Wir müssen uns eine Gesamtübersicht besorgen. Nur mit einer vernünftigen Lagebeurteilung können wir auch über geeignete Maßnahmen reden", sagte Caffier.

"Sport steht für Wettkampf, Fairness und Respekt. Wir dulden keine Gewalt bei Fußballspielen, weder unter den Fans noch gegenüber den Unparteiischen", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in Lübeck.

Sicherheitskosten bei Fußballspielen: SPD versus CDU

Keine Einigung gab es hingegen darüber, wer die hohen Kosten für Polizeieinsätze bei sogenannten Hochrisikospielen in der Fußball-Bundesliga und der Zweiten Liga tragen soll. Seit Jahren gibt es die Forderung, dass sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) daran beteiligt. Eine Einigung auf der Lübecker Konferenz scheiterte aber am Veto der Unions-Innenminister.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sagte, die SPD-geführten Länder wollten sich weiter dafür einsetzen, dass sich die DFL an den Kosten beteiligt. "Ich bin nun seit über 13 Jahren in der Innenministerkonferenz. Ich kenne eine ganze Menge von Kollegen aus dem CDU-Bereich, die bereit gewesen wären. Aber da war die Stallorder: Rückmarsch. Es darf hier niemand das sagen, was er denkt. Und von daher war mir immer klar gewesen: Das hier ist nicht die Konferenz, wo man Mehrheiten gewinnen kann", sagte Mäurer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.12.2019 | 15:00 Uhr

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