Stand: 07.09.2018 12:45 Uhr

Prien rechtfertigt Reform bei Lehrerausbildung

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Bildungsministerin Karin Prien (CDU) will die Ausbildung von Gemeinschaftsschul- und Gymnasiallehren wieder ändern.

Die "Jamaika"-Koalition aus CDU, Grünen und FDP will die Reform der Vorgängerregierung wieder reformieren: Lehrer sollen künftig wieder nach Schularten getrennt ausgebildet werden. Der Landtag beriet am Freitag in einer ersten Lesung über einen entsprechenden Gesetzentwurf. "Wir bilden unsere Lehrkräfte in Zukunft gezielter im Hinblick auf ihren zukünftigen Einsatzort aus", sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Die Vorgängerregierung aus SPD, Grünen und SSW hatte die Ausbildung von Gemeinschaftsschul- und Gymnasiallehrer zusammengelegt. Hauptargument damals: Letztlich führten beide Schularten zum Abitur. Vor allem aus Sicht der SPD ergab das Sinn: Die Partei wollte die Gemeinschaftsschulen als bildungspolitisches Vorzeigeprojekt stärken.

Aus für den Einheitslehrer?

"Unsere Schulen brauchen gut qualifizierte Lehrkräfte. Ideologische Auseinandersetzungen von gestern spielen dabei Gott sei Dank keine Rolle", sagte Prien am Freitag. Die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) und die Musikhochschule Lübeck sollen künftige Gymnasiallehrer ausbilden. An der Europa-Universität in Flensburg sollen angehende Gemeinschaftsschullehrer studieren.

Prien: "Ausbildung muss anderen Herausforderungen Rechnung tragen"

"Die Koalition setzt auf die Kompetenzen der Hochschulen", sagte Prien. Die Reform unterstreiche die besondere Kompetenz der CAU in der Lehrerausbildung und entspreche dem Vorgehen in den meisten Bundesländern. "Stärke der Flensburger Hochschule sind die Sonderpädagogik und die Inklusion", so die Ministerin. Es sei offensichtlich, dass die Herausforderungen an Gemeinschaftsschulen noch einmal andere seien als an Gymnasien. Dem müsse die Ausbildung Rechnung tragen.

SPD kritisiert Pläne, AfD geht Reform nicht weit genug

Kritik zu den Plänen der Landesregierung kam von der Opposition. SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat sprach von einer "Mär des Einheitslehrers". Gymnasiallehrer dürften in Zukunft auch an Gemeinschaftsschulen unterrichten, umgekehrt sei das nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. "Das sagt etwas über die Wertigkeit, die die Koalition den beiden Schularten beimisst", sagte Habersaat. Für AfD-Bildungspolitiker Frank Brodehl gehen die Reformpläne nicht weit genug. "Künftig müssen auch wieder zwischen Haupt- und Realschullehramt differenziert werden", forderte Brodehl.

Die "Jamaika"-Koalition will, dass die Reform zum 1. Februar 2019 in Kraft treten kann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.09.2018 | 14:00 Uhr

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