Stand: 08.03.2019 18:09 Uhr

Neumünster: Steinmeier begrüßt "Fridays for Future"

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Steinmeier spricht in Neumünster zu Teilnehmern einer "Fridays for Future"-Mahnwache.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seinen Besuch am Freitag in Neumünster genutzt, um sich erstmals zu den "Fridays for Future"-Demonstrationen zu äußern. Seine Reaktion fiel ausgesprochen positiv aus. Viele der Erwachsenen hätten noch nicht gemerkt, "dass es fünf vor Zwölf ist", sagte er an die Schüler einer Mahnwache der Klimaschutzbewegung vor dem Rathaus in Neumünster gerichtet.

"Wir brauchen junge Menschen, die sich einmischen"

Es gehe nicht nur um den Schutz des Klimas, sondern auch um den Schutz der Weltmeere, sagte Steinmeier. Er verwies auf seine Eindrücke vor zwei Wochen bei seinem Besuch der Galapagos-Inseln. Dort trieben Berge von Plastikmüll im Wasser, der zu 90 Prozent von anderen Ländern und Kontinenten stamme. "Deshalb ist es so wichtig, dass ihr euch zu diesem Thema meldet und immer darauf aufmerksam macht, dass wir was tun. Wir brauchen junge Menschen wie euch, die sich einmischen."

Anstand im Netz werde wichtiger, sagt das Staatsoberhaupt

Es gebe deutschlandweit viele, die sich derzeit engagierten, sagte das Staatsoberhaupt. Manche kämpften für Klima und Umwelt, manche gegen Rassismus, manche für die Demokratie und manch andere - "das wird auch immer wichtiger" - für Anstand im Netz. "Ich freue mich jedenfalls, dass ihr euch einsetzt und dass ihr anders seid als diejenigen, die immer nur sagen 'man kann ja sowieso nichts tun' - man kann etwas tun."

Die junge schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg habe dies gezeigt. "Ihr seid wahrscheinlich angesteckt durch dieses Engagement, so dass wir uns eigentlich nur herzlich bedanken können, euch ermutigen, das weiter zu tun - innerhalb der Schule natürlich als Thema im Schulunterricht und natürlich auch außerhalb der Schulzeit."

Bundespräsident Steinmeier besucht Neumünster

Steinmeier nimmt an Kochkurs teil

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Frank-Walter Steinmeier ist bei seinem Besuch in Neumünster auch über den Wochenmarkt gegangen.

Steinmeier war auf Einladung der Initiatoren des Projekts "New Ways for Newcomers" und des Landesbeauftragten für politische Bildung, Christian Meyer-Heidemann in Neumünster. In dem Projekt vermitteln Menschen, die einst selbst geflüchtet sind, Zuwanderern gesellschaftliche Regeln wie Demokratie, Menschenrechte und die Gleichstellung von Frauen und Männern.

Bisher gibt es das Projekt unter anderem in Neumünster, Kiel, Rendsburg und Preetz. Die Initiatoren könnten sich aber gut vorstellen, als bundesweites Vorbild zu dienen, sagte Idun Hübner von der Zentralen Bildungs- und Beratungsstelle für Migranten. Das Integrationsprojekt nimmt an dem bundesweiten Wettbewerb "Demokratie ganz nah - Ideen für ein gelebtes Grundgesetz" teil, der anlässlich des 70. Jahrestages der Verkündung des Grundgesetzes durchgeführt wird. Steinmeier ist Schirmherr des Wettbewerbs.

Spontaner Besuch auf dem Wochenmarkt

Das Staatsoberhaupt nahm am Freitag außerdem an einem Kochkurs und einem gemeinsamen Mittagessen teil. Ganz spontan besuchte er außerdem den Wochenmarkt von Neumünster. Dort schnackte er auch mit dem ein oder anderen Bürger. "Sehr bürgernah", fand Wochenmarktbesucherin Silke Overmöller den Bundespräsidenten anschließend. Auch in einem Café im Gerisch-Park suchte Steinmeier den Kontakt zu Bürgern und sprach mit ihnen über die Rollenbilder von Männern und Frauen.

Begonnen hatte der Besuch am Freitagvormittag im Rathaus. Dort trug sich Steinmeier ins Goldene Buch der Stadt ein. Am späten Freitagnachmittag fuhr Steinmeier mit seinen Begleitern wieder zurück nach Berlin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.03.2019 | 12:00 Uhr

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