Stand: 08.08.2019 12:02 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Neues Schuljahr: Prämien sollen Lehrer anlocken

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien will neue Wege gehen, um angehende Lehrer in unbeliebte Regionen zu locken. Diese Referendare sollen künftig einen Zuschlag bekommen. Das kündigte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Kiel auf ihrer Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn an. Die Zahl der Schüler ist nach ihren Angaben weiter rückläufig - aber eine Trendwende erkennbar.

250 Euro brutto für Dienst in weniger beliebten Regionen

Das gab es noch nie in Schleswig-Holstein - 250 Euro brutto im Monat zusätzlich sollen mit dazu beitragen, Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst in derzeit eher unbeliebte Regionen des Landes zu locken. Ministerin Prien sagte dazu, man wolle den sogenannten Regionalzuschlag einfach einmal ausprobieren. "Es geht uns darum, einen finanziellen Anreiz zu schaffen, der junge Menschen hoffentlich davon überzeugt, nicht nur ihr Referendariat, also ihren Vorbereitungsdienst, in der entsprechenden Region zu machen, sondern dann auch in dieser Region möglichst lange zu bleiben." Zurzeit sei man dabei, nach objektiven Kriterien zu ermitteln, in welchen Kreisen dieser Zuschlag gewährt werden soll.

Kein gravierender Lehrermangel

Insgesamt zog Prien aber ein positives Fazit, was die Besetzung der Lehrerstellen und die Unterrichtsversorgung angeht. Die Versorgung liegt laut Prien bei den allgemeinbildenden Schulen derzeit bei 101 Prozent, bei den berufsbildenden Schulen bei 97 Prozent. An den Schulen gibt es insgesamt 23 345 Lehrerstellen. Zum Stichtag 1. August waren noch 259 Stellen unbesetzt. Allein in den vergangenen drei Tagen seien aber noch 50 weitere Lehrer eingestellt worden, sagte Prien.

Etwas weniger Schüler insgesamt

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Die Zahl der Grundschüler in Schleswig-Holstein hat wieder zugelegt. Doch insgesamt sind die Schülerzahlen leicht rückläufig.

Insgesamt besuchen 365.600 Schüler eine der 791 Schulen in Schleswig-Holstein. Das ist ein Rückgang von 0,7 Prozent. Der befürchtete Run auf die Gymnasien, das zeigen die jetzt vorgelegten Zahlen, ist ausgeblieben. Ministerin Prien machte dafür auch die wieder eingeführten schriftlichen Schulartenempfehlungen verantwortlich. Als besonders hilfreich erweise sich, dass künftig ein Beratungsgespräch der Eltern am Gymnasium verpflichtend sei, so Prien, wenn Eltern entgegen der Empfehlung der Grundschule ihr Kind an einem Gymnasium anmelden möchten.

Wieder mehr Grundschüler im Norden

Zwar sind insgesamt die Schülerzahlen weiter rückläufig - nicht jedoch an den Grundschulen. Im neuen Schuljahr werden in den Klassen eins bis vier 102.200 Mädchen und Jungen lernen, 1,8 Prozent mehr als im vergangenen Schuljahr. Damit sei erkennbar, dass die Schülerzahlen künftig wieder steigen werden, so die Ministerin. In Deutschland würden wieder mehr Kinder geboren.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.08.2019 | 12:00 Uhr

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