Das Lübecker Theterschiff "Marie" steht in der Hitzler Werft bei der Sanierung. © NDR

Neue Stahlbleche für das Lübecker Theaterschiff

Stand: 12.12.2020 17:45 Uhr

Vor zwei Wochen ist das Lübecker Theaterschiff nach Lauenburg geschleppt worden. Eigentlich sollte es auf der Hitzler Werft eine routinemäßige Inspektion sein. Doch im Motorraum war Wasser und auch am Rumpf wurden Schäden festgestellt.

von Philipp Kamke

Der Rumpf hätte so vermutlich nicht mehr lange gehalten, schätzt Fred Schmidts. Fünf Millimeter sind Vorschrift, an vielen Stellen war die Schiffshaut schon wesentlich dünner. Auf insgesamt 40 Quadratmetern des Rumpfes musste nachgebessert werden - mit sieben Millimeter dicken Stahlblechen. Diese müssen aufwendig verschweißt werden. Fred Schmidts leitet die Arbeiten auf der Lauenburger Hitzler Werft. Solche Reparaturen sind für ihn und seine Kollegen eigentlich Routine. Dennoch müssen sie bei jeder Schweißnaht exakt arbeiten. "Wir müssen natürlich erst mal prüfen, ob die Grundsubstanz in Ordnung ist, sonst könnten wir die neuen Platten gar nicht erst drunter schweißen. Dann müssen wir drauf achten, dass sich das Schiff durch das Schweißen nicht verzieht", sagt der Experte von der Hitzler Werft.

Chefin vom Theaterschiff legt selbst mit Hand an

Durch die neuen Platten soll der Rumpf weitere 30 Jahre halten. Ganz zur Freude von Theresa Gebhardt. Sie leitet das Theaterschiff und ist jeden Tag mit auf der Werft. In erster Linie, weil sie die handwerklichen Arbeiten interessieren. Aber auch, weil sie die Zeit nutzen und mithelfen kann. Meistens sind es kleine Dinge, die sie repariert oder wieder in Stand bringt. "In den vergangenen Tagen habe ich auch die Brandwache übernommen. Das Schiff ist von innen ausgebaut und mit Glaswolle isoliert. Da kann es durch die Schweißarbeiten leicht Feuer fangen", sagt Gebhardt und fügt an: "Passiert ist zum Glück aber nichts."

Reparaturarbeiten treiben Kosten in die Höhe

Acht Jahre lag das Schiff zuletzt an der Musik- und Kongresshalle in Lübeck. In Lauenburg bekommt es jetzt quasi einen neuen TÜV. Durch die nötigen Reparaturen am Bug wird der Aufenthalt deutlich teurer als geplant. Genaue Kosten gibt es noch nicht. "Nachdem wir gehört hatten, dass so große Teile des Rumpfes ausgebessert werden müssen, haben wir erst mal geschluckt. Aber wir hatten uns ohnehin einen finanziellen Puffer gehalten und 50.000 bis 100.000 Euro eingeplant. Wir hoffen, dass wir damit auskommen", sagt Theresa Gebhardt.

Sorgenkind Motor könnte teuer werden

In der kommenden Woche soll das Theaterschiff wieder zu Wasser gelassen werden. Fahren wird es dann aber noch nicht können. Denn erst muss der Motor überprüft werden, der vor einigen Wochen unter Wasser stand. Anfang 2021 soll das Schiff dann nach Lübeck zurückkehren.

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Schleswig-Holstein Magazin | 12.12.2020 | 19:30 Uhr

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