Stand: 08.06.2017 12:06 Uhr

Fährbetrieb normal, Fährmitarbeiter erleichtert

Am Tag nach der Bombendrohung gegen die Scandlines Reederei können die Mitarbeiter aufatmen. Der Fährbetrieb laufe wieder planmäßig, bestätigte eine Sprecherin NDR 1 Welle Nord. Dabei herrschte gestern Abend noch Stillstand: Fähren blieben im Hafen, Passagiere mussten an Land, Fracht konnte nicht abgefertigt werden. Die Reederei hatte nach einem anonymen Anruf, der bei der dänischen Hotline eingegangen war, den Fährverkehr auf der Ostsee für mehrere Stunden eingestellt.

Betroffen waren die Routen Puttgarden-Rödby und Rostock-Gedser. Der Fährhafen Puttgarden wurde gesperrt und der Bahnverkehr gestoppt. In Dänemark lief der Fährverkehr am Nachmittag wieder an, nachdem Experten die Schiffe durchsucht hatten. Von Deutschland legten die kontrollierten Fähren am Abend wieder ab. Dabei handle es sich zunächst aber nur um Schiffe, die bereits aus Dänemark kamen und zuvor von der dänischen Polizei auf Sprengstoff durchsucht worden waren, wie ein Sprecher der Lübecker Polizei sagte.

Schiffe wurden geräumt und durchsucht

Im Hafen Puttgarden wurden bis in den späten Abend mehrere Schiffe durchsucht - unter anderem vom Kampfmittelräumdienst und Sprengstoffsuchhunden. Die Suche war aber kompliziert, weil die Hunde durch den Geruch von Schiffsdiesel in ihrem Spürsinn immer wieder irritiert wurden. Die Polizei gab die Fähren nacheinander wieder frei, nachdem die Spezialisten nichts Auffälliges gefunden hatten - zunächst die "Prins Richard", dann die "Schleswig-Holstein".

Die dänische Polizei hatte in Rödby die Schiffe auf dänischer Seite untersucht. Gefunden wurde nichts Verdächtiges. Sie gab die Fähren anschließend zur Weiterfahrt nach Deutschland frei. Die Polizei blieb aber im Hafen, "um weiter zu ermitteln".

Anonyme Bombendrohung per Telefon

Gegen Mittag kam die Bombendrohung: In gebrochenem Dänisch kündigte ein Unbekannter eine Bombenexplosion auf einer der Fähren an. Aus Sicherheitsgründen wurden alle Fähren gestoppt und evakuiert.

Die in Rostock liegende "Copenhagen" durchsuchten Beamte der Wasserschutzpolizei und der zuständigen Behörden. "Zuvor hatten Passagiere das Fährschiff verlassen müssen", sagte Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. Das Schiff, das am Mittag festgemacht hatte, wurde mit Spürhunden bis gegen 18 Uhr gecheckt. Verdächtige Gegenstände wurden laut Polizei nicht entdeckt.

Führungsstab prüft weitere Maßnahmen

Die "Deutschland" war in Rödby (Dänemark) und wurde von der dänischen Polizei ebenso durchsucht wie die "Prinsesse Benedikte". Die dänische Polizei teilte mit, sie habe Fähren in Rödby und Gedser aus Sicherheitsgründen geräumt. "Wir haben einen Hinweis bekommen, der es nötig macht, dass wir die Fähren an den Orten untersuchen", sagte eine Polizeisprecherin am Mittag. Die Evakuierung sei "still und ruhig und ganz ohne Dramatik" vor sich gegangen.

Das Wasserschutzpolizeirevier Travemünde bildete einen Führungsstab und prüfte die weiteren Maßnahmen in Zusammenarbeit mit der dänischen Polizei. Problematisch war vor allem der Lkw-Verkehr auf der A 1 in Richtung Puttgarden. Die Ausweichparkplätze waren nahezu belegt. Vor der Schranke stauten sich Hunderte Lastwagen, Wohnmobile und Autos. Vor dem Fährhafen gab es einen kilometerlangen Stau.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.06.2017 | 22:00 Uhr

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